Bildungscampus Eröffnung Fachhochschule für Finanzen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Bildungscampus Eröffnung Fachhochschule für Finanzen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Wohncontainer kosten Millionen

Die Behelfsunterkünfte in Containern reißen Millionenlücke

Eike J. Horstmann

Herford. Ursprünglich war vorgesehen, dass 340 weitere Studenten und Dozenten der Fachhochschule für Finanzen (FHF) zum 1. September 2018 in die umgebaute Hammersmith-Kaserne hätten einziehen sollen. Dieser Plan ist durch bauliche Verzögerungen hinfällig: Der Einspruch eines unterlegenen Bieters beim Vergabeverfahren der zweiten Ausbaustufe der FHF hat den Plan der Stadt Herford und der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEH) gründlich über den Haufen geworfen. Damit nun aber nicht das gesamte Hochschul-Projekt und damit der Bildungscampus Herford scheitert, soll eine Zwischenlösung her. Die Studenten sollen für ein Jahr in Container einziehen, die auf dem Exerzierplatz der Kaserne aufgestellt werden. Dabei handelt es sich um „adäquate Einzelapartments und Gemeinschafts-Sanitäreinrichtungen". Die anlässlich der für Montag angesetzten Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Stadtrates prognostizierten Mehrkosten für die Erschließung und den Aufbau der Container sowie den laufenden Betrieb übersteigen das ursprünglich angesetzte Investitionsvolumen um eine stattliche siebenstellige Summe. „Die Ergebnisse aus der Kostenkalkulation ergeben bei einem Nutzungszeitraum von zwölf Monaten eine wirtschaftliche Unterdeckung von circa 2.458.000 Euro", heißt es in der am Freitag veröffentlichten Vorlage zur Sitzung. Das NRW-Finanzministerium sowie die FHF hätten den Vertrag auch mit der Zwischenlösung von Containerunterkünften bestätigt, auch beteilige sich das Land an den entstehenden Mehrkosten. In der Sitzung soll der Rat nun der Realisierung der Containeranlage zustimmen und die „finanziellen Auswirkungen dieses Beschlusses in die Veränderungsliste zum Haushalt 2018" aufnehmen. „Es ist sehr ärgerlich, dass wir die Vorlagen erst am Freitag bekommen haben", sagt CDU-Fraktionssprecher Wolfgang Rußkamp. Dadurch habe es keine Gelegenheit gegeben, dass man sich innerhalb der Fraktion hätte abstimmen können. Auch der Inhalt des Dokumentes sei ärgerlich. „Darüber ist das letzte Wort jedenfalls noch nicht gesprochen", so Rußkamp.

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