Werre: Alles zur Absenkung soll auf den Tisch. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Werre: Alles zur Absenkung soll auf den Tisch. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Sondersitzung zur Werreabsenkung

Alle Informationen sollen auf den Tisch kommen, Bürger können sich äußern

Christina Römer

Herford. Der Umbau des Bergertor-Wehres und die mögliche Absenkung der Werre werden Thema einer Sondersitzung des Bauausschusses sein. Die Stadtverwaltung plant eine große Sitzung, bei der alle Informationen auf den Tisch kommen und alle Bedenken zur Sprache gebracht werden können. "Wir gehen davon aus, dass wir im Februar alle Daten zusammen haben, dann wollen wir in einer großen Sitzung allen Rede und Antwort stehen", sagt der städtische Beigeordnete und Baudezernent Peter Maria Böhm. "Dann werden auch Bürger gehört werden." Die Sitzung fände frühestens im März statt, eventuell im April. Mit einem Beschluss könnte noch vor der Sommerpause gerechnet werden. Unter anderem ging die Stadt der Frage nach, welche Fische in der Werre schwimmen. "Manche halten sich lieber in ruhigen, andere lieber in fließendem Gewässer auf", erklärt Böhm. Zudem werde ein Gutachten erstellt, in welchem Zustand das Wehr am Bergertor ist. Und die Stadt habe eine konkrete Anfrage an die Bezirksregierung gestellt und um detaillierte Auskünfte über die Fördermöglichkeiten gebeten. Vertreter der Bezirksregierung seien auch zur Sitzung eingeladen. Bei der Bauausschusssitzung im September hatten die Mitglieder beschlossen, zwei Planungsvarianten weiter zu verfolgen - bei beiden ist der Abriss des Wehrs geplant und eine bewegliche Wehrschwelle vorgesehen. Neben der Schwelle ist Platz für ein "flächiges Raugerinne" - das ist eine schräge, mit Steinen versehene Fläche, die es Fischen ermöglicht, am Wehr vorbei zu schwimmen. Die Variante 3a sieht dabei eine Absenkung der Werre um 50 Zentimeter vor. Allerdings fürchten Wassersportler, dass sie ihren Sport dann nicht wie bislang ausüben können. Und Anwohner kritisieren, dass durch die Absenkung des Wasserspiegels an ihren Gebäuden Schäden entstehen könnten. Die Variante 3b kommt ohne Absenkung der Werre aus. In der Bauausschusssitzung war die Verwaltung beauftragt worden, offene Fragen zu klären und eine Kosten- und Finanzierungsübersicht für beide Varianten zu erstellen. Dazu gehörte auch die Frage, inwiefern diese beiden Varianten vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert werden können. Dass sich die Stadt mit dem Umbau des Wehres und die Absenkung des Wasserspiegels beschäftigt, liegt an der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, deren Vorgaben bis 2027 erfüllt werden müssen.

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