Wieder etwas häufiger anzutreffen: Die Blaumeise gehört zu den Wintervögeln, deren Zahl im Vergleich zu 2017 wieder angestiegen ist. - © Ulrike Heitholt
Wieder etwas häufiger anzutreffen: Die Blaumeise gehört zu den Wintervögeln, deren Zahl im Vergleich zu 2017 wieder angestiegen ist. | © Ulrike Heitholt

Kreis Herford Wieder mehr Wintervögel in Herford

Von Entwarnung kann aber noch lange keine Rede sein

Meiko Haselhorst

Kreis Herford. Die endgültige Auswertung gibt es erst Ende Januar, aber schon jetzt macht sich bei Umweltschützern Erleichterung breit: In deutschen Gärten und Parks halten sich derzeit wieder 20 Prozent mehr Vögel auf als noch im Vorjahr. Das ergab die achte bundesweite "Stunde der Wintervögel" des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) am vergangenen Wochenende. Vor allem jene Arten, die sich 2017 rar gemacht hatten, finden offenbar wieder in die Gärten zurück, allen voran Meisen. Die Zwischenbilanz zeigt: Der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen (die NW berichtete mehrfach) war offenbar eine Ausnahme. "Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel im langjährigen Trend nach wie vor rückläufig. "Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. In 2017 waren es nur 34 Vögel gewesen", so Miller. Recht erfreulich sind auch die Zahlen für den Kreis Herford: 504 Menschen machten in diesem Jahr mit. "Das ist eine ähnlich erfreuliche Zahl wie im Vorjahr", sagt Friedhelm Diebrok. "Das zeigt, dass die Sache den Menschen nicht egal ist." In 368 Gärten beobachteten die Vogelfreunde insgesamt 14.242 Vögel. Das ist auch für den Kreis Herford ein Anstieg. Besonders deutlich fiel dieser bei den "Allerweltsvögeln" aus, die sich im vergangenen Jahr zum Entsetzen vieler Vogelfreunde sehr rar gemacht hatten. So ist die Zahl der beobachteten Kohlmeisen um 77 Prozent gestiegen, bei Blaumeisen immerhin um 66 Prozent. Die gezählten Gimpel und Kleiber stiegen gar um 133 und 173 Prozent an, beim Stieglitz waren es 120 Prozent. Bei vielen anderen häufigen Arten wie Haussperling, Feldsperling, Rotkehlchen und Zaunkönig veränderten sich die Zahlen kaum, große Einbrüche blieben gänzlich aus. Entwarnung zu geben, davon ist aber auch Friedhelm Diebrok noch weit entfernt. "Die Zahlen haben sich zwar gegenüber dem letzten Jahr erholt", erklärt der NABU-Kreisvorsitzende. "Alles in allem gehen die Bestände an Gartenvögeln dennoch kontinuierlich zurück." Was angesichts des unverminderten Einsatzes von Schädlingsbekämpfungsmitteln und der Vernichtung von Lebensräumen - auch in Privatgärten - nicht weiter verwunderlich sei. Friedhelm Diebrok denkt derweil schon an die nächste Aktion, die frühsommerliche "Stunde der Gartenvögel", ebenfalls veranstaltet vom NABU. "Auch da sind die Zahlen zuletzt stark zurückgegangen - es wäre sehr hilfreich, wenn auch da wieder viele Leute mitmachten."

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