Eine Blaulicht leuchtet am 27.07.2015 in Osnabrück (Niedersachsen) auf dem Dach eines Polizeiwagens. Im Hintergrund steht ein weiterer Streifenwagen. - © picture alliance / dpa
Eine Blaulicht leuchtet am 27.07.2015 in Osnabrück (Niedersachsen) auf dem Dach eines Polizeiwagens. Im Hintergrund steht ein weiterer Streifenwagen. | © picture alliance / dpa

Kreis Herford Falsche Polizisten suchen Opfer

Knapp 40 Betrugsversuche im Kreisgebiet: Täter wollen offenbar wissen, ob bei ihren Opfern etwas zu holen ist

Jobst Lüdeking

Kreis Herford. Unbekannte Täter haben im großen Stil versucht, Opfer aus dem Kreis Herford zu betrügen und auszuspähen. Die Kriminellen gaben sich am Telefon als Polizisten aus. Dabei nutzten sie auch die Notrufnummer. "Wieder waren es überwiegend ältere Menschen, die durch Unbekannte ausgewählt und angerufen wurden, wobei in den meisten berichteten Fällen im Telefondisplay die 110 mit der Ortsvorwahl 05221 erschien", erklärt dazu Polizeisprecher Steven Haydon. Die Masche der Kriminellen: Sie behaupten etwa, dass gerade in der Nähe eingebrochen worden sei und sich die Kriminellen am Haus oder Wohnung des Opfers aufhalten und wiederum einen Einbruch planen - dann wird etwa nach Wertgegenständen gefragt. "Bei den aktuell fast 40 Anrufen wohnten die älteren Menschen im gesamten Kreisgebiet, wobei eine Zentrierung auf das Stadtgebiet Herford zu beobachten war", so Polizeisprecher Haydon weiter. Es gibt aber auch andere Maschen, die darauf abzielen, die Opfer schnellstmöglich um Geld zu erleichtern. Die Täter geben sich gerne als Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes aus So geben sich die Täter am Telefon auch gern als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts in Wiesbaden aus. Sie setzten ihre Opfer davon in Kenntnis, dass in der Türkei gegen sie ein Haftbefehl erlassen sei. Diesen könnten sie aber durch Zahlung mehrere tausend Euro abwenden. Die aktuellen Anrufe werden nach dem derzeitigen Ermittlungsstand der richtigen Herforder Polizei als Vorbereitungshandlung für spätere Straftaten bewertet. Bislang gebe es aber keinen Vermögensschaden, teilte die Behörde mit. Bereits seit dem vergangenen Jahr müssen deutschlandweit Polizeibehörden gegen die Betrüger vorgehen. Das Landeskriminalamt NRW in Düsseldorf hat deshalb Tipps zusammengestellt, die bei den Angerufenen helfen: Falls die Angerufenen in ihrem Telefondisplay die Rufnummer der Polizei (110), eventuell mit einer Vorwahl sehen sollten, dann handelt es sich dabei nicht um einen Anruf der Polizei. Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die 110 im Telefondisplay. Gibt sich ein Anrufer als Polizeibeamter aus, sollten sich die Angerufenen den Namen nennen lassen und anschließend selbst die 110 wählen. Sie sollten dann der Polizei den Sachverhalt schildern. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter der Adresse www.polizei-beratung.de

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