Im Wandel: Mit dem Umbau des WMF-Hauses am Alten Markt erhält Herford eine weitere Baustelle. Betroffen sind auch einige Bushaltestellen, die für die Dauer der Bauarbeiten verlegt werden. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Im Wandel: Mit dem Umbau des WMF-Hauses am Alten Markt erhält Herford eine weitere Baustelle. Betroffen sind auch einige Bushaltestellen, die für die Dauer der Bauarbeiten verlegt werden. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Das WMF-Haus am alten Markt steht kurz vor der Renovierung

Alter Markt 6: Eigentümer wollen Gebäude um zwei Etagen aufstocken und warten derzeit auf die Genehmigung, damit vor dem Haus ein 46 Meter hoher Kran aufgestellt werden kann

Herford. Markante Schilder mit den Aufschriften „Räumungsverkauf" und „50 Prozent Rabatt" lassen beim Haushaltswaren-Händler WMF am Alten Markt auf gravierende Veränderungen schließen. Filialleiterin Waltraud Karsch bestätigt: „Spätestens Ende Mai schließen wir vorübergehend." Grund ist ein Umbau, bei dem das Haus um zwei Etagen erhöht wird. Für diese Arbeiten soll ein 45 Meter hoher Kran an der Frontseite des Objekts aufgebaut werden – für den allerdings etliche Bushaltestellen wegfallen. Nach Auskunft des städtischen Beigeordneten Peter Böhm stehen dafür noch Absprachen zwischen den Beteiligten aus, zu denen die Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs, des Ordnungsamts und der Architektin zählen. „Vor nächster Woche wird das aber nichts", so Böhm. Wobei die Bushaltstellen nach den Vorstellungen von Bürgermeister Tim Kähler ohnehin in die Renn- und Triebenstraße verlagert werden sollen. Herfords Hauptplatz könnte dann komplett überplant werden. Das Stadtoberhaupt vor wenigen Tagen gegenüber der NW: „Die Grundsatzfragen dazu werden wir noch in diesem Jahr im Rat diskutieren." Ein Teilumzug der Haltestellen könnte damit zum Probelauf für Kählers ehrgeizige Pläne werden. Noch ist es nicht so weit. Die beiden Eigentümer des Umbau-Objekts möchten namentlich nicht erwähnt werden. Sie hatten die Herforder Architektin Anja Uphaus mit den Entwürfen beauftragt, wonach die historischen Elemente mit den Stuckverzierungen der Fassade aufgenommen werden, gleichzeitig dem Haus aber eine moderne Erscheinung verpasst werden soll. Mit dem Anwachsen um zwei Geschosse erreicht die Immobilie eine identische Höhe mit dem gegenüberliegenden Haus, in dem die „Brasserie Lamäng" ansässig ist. Eine Analyse aller umliegenden Gebäudehöhen hatte im Vorfeld ergeben, dass eine Aufstockung der Hausnummer 6 nicht aus dem vorgegebenen Rahmen fällt. Mit der Aufstockung sollen acht Eigentumswohnungen entstehen, so der Wunsch der Eigentümer. Gleichzeitig wollen sie das Gebäude grundlegend sanieren. „Wegen der Aufstockung werden wir 53 weitere Pfähle für das Fundament im Boden verankern müssen, weil der Untergrund das erfordert", sagt einer der beiden Investoren auf Anfrage. Derzeit warten die Eigentümer sehnsüchtig auf die Genehmigung für den Aufbau des Krans. Neun bis zwölf Monate veranschlagen sie für sämtliche Arbeiten. Schon früher hofft WMF in den dann renovierten Räumlichkeiten an den Start gehen zu können. Eine Tafel im Geschäft vertröstet die treue Kundschaft auf eine Neueröffnung „im September".

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