Herford/Bad Salzuflen Herforder Jaguar-Club-Gründerin Carola Frauli ist tot

Die Ikone der Clubszene starb 96-jährig in ihrer Wahlheimat Bad Salzuflen

Thomas Hagen

Herford/Bad Salzuflen (toha). Sie war die lebende Legende der Herforder Rock-’n’-Roll- und Beat-Geschichte: Carola Frauli. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb die Gründerin des bis heute unvergessenen Jaguar Clubs an der Mindener Straße (1966 bis 1970) am vorvergangenen Wochenende in ihrem Heim in Bad Salzuflen. Der Musik von damals war Frauli (Jahrgang 1920) bis zuletzt treu: „Es verbindet und geht mir nicht mehr aus dem Kopf", hatte sie noch anlässlich ihre 95. Geburtstages gesagt. Carola Frauli war es, die die Kontakte zu den Stars knüpfte und für Konzerte im alten und inzwischen längst abgerissenen Kino „Scala" verpflichtete (nebenan steht heute die Hauptschule Meierfeld). Sie holte Jimmy Hendrix, die Bee Gees und Co. Nicht selten kamen Bands und Solisten wie Jimmy Hendrix, Searchers, Bee Gees, Drifters, Bill Haley, The Who oder Ben E. King für drei Auftritte nach Deutschland: Fernsehstudio „Beat Club" in Bremen, Zwischenstopp in Herford, Abschluss im Süden. Ein Konzertbesuch von Eric Claptons Erfolgsband „Cream" für acht Mark, eine Gage von 9.000 Mark für die berüchtigten Windmühlenflügel-Attacken von Pete Townshend (The Who) – 1967 im April und im Mai war das möglich. Damals hatte der Herforder Jaguar-Club unter Carola Frauli seine beste Phase. Eine späte Ehrung erfuhr Carola Frauli im November 2006 mit einer Feierstunde und dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. Frauli lebte seit einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Horst Buchholz in der Nachbarstadt Bad Salzuflen und hinterlässt zwei Söhne. In den 1960er Jahren war sie die wohl populärste Frau für die Jugendlichen Herfords. Die Trauerfeier soll im engsten Familienkreis stattfinden.

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