Lehrerin Anke Hippe-Schuster (vorne) stellte Vertretern von Unternehmen aus der Region Fragen zur Ausbildung in ihren Betrieben. Das Publikum im Hintergrund hörte gespannt zu. - © FOTO: JEANNINE GEHLE
Lehrerin Anke Hippe-Schuster (vorne) stellte Vertretern von Unternehmen aus der Region Fragen zur Ausbildung in ihren Betrieben. Das Publikum im Hintergrund hörte gespannt zu. | © FOTO: JEANNINE GEHLE

Enger Gute Berufschancen für Realschüler

Unternehmen aus der Region informieren Neuntklässler der Realschule Enger und deren Eltern

Enger. Im Berufsleben haben doch sowieso nur die eine Chance, die studiert oder zumindest ihr Abitur haben - oder? Auf dem Informationsabend "Chancen des Berufseinstiegs nach Klasse 10" in der Aula der Realschule Enger beantworteten Vertreter von Unternehmen aus der Region, der Agentur für Arbeit und der Handwerkskammer diese Behauptung jetzt mit einem klaren "Nein".

Bei der erstmals durchgeführten Veranstaltung bekamen die Neuntklässler der Realschule Enger einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten und Karrierechancen von Ausbildungsberufen. Die Besonderheit: Zu der Abendveranstaltung waren auch die Eltern der Schüler eingeladen.

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Jobparcours


Schon am Vormittag konnten die Realschüler des 8. und 9. Jahrgangs bei einem Jobparcours in zehn verschiedene Berufe "hineinschnuppern". Unter anderem setzten sie einen Schrank zusammen und nahmen Blut ab. Den Parcours veranstaltet die Realschule zusammen mit Unternehmen aus der Region bereits seit drei Jahren. (jg)

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"Wir wollen zeigen, dass Schüler nicht unbedingt Abitur machen müssen, um Chancen auf einen guten Beruf zu haben", erklärt Anke Hippe-Schuster, Lehrerin und Koordinatorin für Berufswahlorientierung an der Realschule. Oft sei eine Ausbildung die bessere Wahl, besonders wenn die Schüler sich in der Schule schwertun. Dabei gelte es vor allem, die Eltern für einen Ausbildungsberuf ihres Kindes zu begeistern: "Viele Schüler sind nach ihren drei Praktika überzeugt von einem Ausbildungsberuf, die Eltern möchten aber Abitur für ihr Kind. Deshalb wollen wir die Eltern mehr mit ins Boot holen."

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung durch Schulleiter Joachim Blombach und Anke Hippe-Schuster sorgte die Koordinatorin zusammen mit ihrer Kollegin Gudula Stamm für einen lustigen Einstieg. Als Schüler Peter und Paul stellten sie in dem kurzen Sketch "Aus dem Leben eines Neuntklässlers" die Problematik in Form eines Rollenspiels dar und sorgten damit für einige Lacher.

Dann kamen ehemalige Schülerinnen und Schüler der Realschule zu Wort, die sich nach ihrer Schulzeit bewusst für einen Ausbildungsberuf entschieden hatten. So berichtete Jennifer Sewing, dass sie sich nach ihrem Realschulabschluss 2002 trotz ihrer sehr guten Noten für eine Ausbildung und gegen das Abitur entschieden hat - mit Erfolg: Im kommenden Jahr eröffnet sie ihren eigenen Friseursalon.

Anschließend erläuterten Dirk Starke von der Agentur für Arbeit in Herford und Frans Lipperts von der Handelskammer Bielefeld, welche Chancen der Berufseinstieg nach der 10. Klasse den Realschülern bietet. Starke betonte, dass auf dem Arbeitsmarkt nicht nur Abiturienten gefragt sind: "Schüler mit Realschulabschluss werden von sehr vielen Unternehmen favorisiert."

Doch welche konkreten Berufe kommen eigentlich in Frage? Das beantworteten Vertreter von neun Unternehmen aus der Region, unter anderem von der Stadtverwaltung Enger, von Boge Kompressoren aus Bielefeld und vom Garten- und Landschaftsbau Kamp aus Enger. Zusammen mit Auszubildenden aus ihren Betrieben stellten sie die Ausbildungsmöglichkeiten und Tätigkeitsfelder in ihren Unternehmen vor und erklärten, warum Realschüler bei ihnen gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben.

Im Anschluss hatten Schüler und Eltern die Möglichkeit, sich in einer Stehtischrunde mit den Referenten zu unterhalten, Fragen zu stellen und sich ausgiebig zu informieren.

Der 14-jährige Joris Schneider möchte zwar Arzt werden, fand den Informationsabend aber "sehr interessant und informativ". Auch sein Vater Klaus zeigte sich begeistert: "Es ist eine tolle Idee, Schülern nahezulegen, auch Ausbildungsberufe zu ergreifen." Die 15-jährige Vanessa Waldera musste davon nicht erst überzeugt werden. Sie weiß schon ganz genau, was sie nach der Schule machen will: "Ich möchte eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin machen."

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