Die Radfahrer unterstützen durch ihre sportliche Betätigung die Lern- und Lesefähigkeit sozial benachteiligte Kinder. Sie fahren rund 120 Kilometer pro Tag. Bürgermeister Bernd Dumcke (im Anzug) hieß sie willkommen. - © FOTO: VIKTORIA SCHMEDING
Die Radfahrer unterstützen durch ihre sportliche Betätigung die Lern- und Lesefähigkeit sozial benachteiligte Kinder. Sie fahren rund 120 Kilometer pro Tag. Bürgermeister Bernd Dumcke (im Anzug) hieß sie willkommen. | © FOTO: VIKTORIA SCHMEDING

SPENGE Gute Kondition für Leseförderung

Ride for Reading-Gruppe macht Halt in Spenge / Jeder Teilnehmer sammelt Geld für guten Zweck

Spenge. Man muss schon gut trainiert sein, um bei dieser Radtour mithalten zu können. Sieben Tage lang steht eine Strecke von ungefähr 120 Kilometern auf dem Programm - und das bei jedem Wetter. Der Spaßfaktor ist allerdings groß, und immerhin geht es um den guten Zweck. Gestern waren die Radler in Spenge.

Um 8 Uhr in der Früh starteten die rund 40 Radfahrer von ihrer Unterkunft in Neuenkirchen. Vor sich hatten die Radsportbegeisterten die lange Strecke bis nach Groß Reken im Münsterland. Doch zu Beginn machen sie einen kurzen Halt am Spenger Rathaus. Begleitet wurden sie dabei von zwei Lastwagen, die mit Proviant und Gepäck beladen sind.

"Ich freue mich sehr, dass Sie einen kleinen Abstecher zu uns machen", begrüßte Bürgermeister Bernd Dumcke die Radtruppe. "Ihr Ziel ist es, die Lesekompetenz zu unterstützen. Auch der Stadt Spenge liegt dies am Herzen, deshalb haben wir unsere Stadtbücherei erneuert. Denn die Lesekompetenz ist der Schlüssel zur Bildung und die Bildung ist der Schlüssel zur Gesellschaft."

Die diesjährige 830 Kilometer lange Fahrradtour der Stiftung Ride for Reading führt von Husum nach Bonn. Jeder Teilnehmer muss Spendengelder in einer Höhe von mindestens 500 Euro sammeln. "Mit diesen Spenden unterstützen wir Lese- und Medienclubs für sozial benachteiligte Kinder", erläutert Oliver Gritz, Vorsitzender der Stiftung Ride for Reading. Die Schulen in sozialen Brennpunkten bekämen Unterstützung. Die Clubs seien eine große Zusatzmotivation. Die Lehrer würden sich in erstaunlichem Maße engagieren und die Schüler so Spaß am Lesen entwickeln.

Vor jeder Tour wird diese von drei Radlern vorab abgefahren, um die Streckenplanung zu optimieren und Fehler der Streckenplanung zu beheben. Bei der eigentlichen Tour werden drei Gruppen entsprechend der Fahrtgeschwindigkeit gebildet. Jede Gruppe fährt die Route mithilfe eines Navigationsgeräts.

In der Radgruppe, die aus Teilnehmern der Altersgruppen von 11 bis 68 Jahren besteht, befindet sich ebenfalls ein Spengeraner. Roman Prystabik ist bereits letztes Jahr bei der Tour von Berlin nach Bonn mitgefahren. "Ich habe einfach Spaß am Fahrradfahren. Außerdem betätigen wir uns sportlich und engagieren uns dabei sozial." Die einzige Frau der Gruppe, die mit ihren Sohn ebenfalls zum zweiten Mal dabei ist, ist eine begeisterte Radfahrerin und hält sich das ganze Jahr über fit, um bei dieser Tour mitfahren zu können. "Wir wurden von der Gruppe super aufgenommen. Die Stimmung ist toll, und die Tour ist eine echte Herausforderung", so Kirsten Bohnen.

Neben dem Großteil an deutschen Radlern gehören ein Schweizer und eine Indonesische Familie zur Radgruppe. "Ich bin mit Oliver Gritz befreundet, er hat mir diese Fahrradtour empfohlen", erklärt Muljono Pringgoharjono aus Singapur. "Es macht wirklich viel Spaß hier mitzufahren, auch wenn ich immer der letzte bin, der ankommt. Die Idee des Ride for Reading ist wunderbar. Ich würde dies gerne in Indonesien umsetzten."

Für eine solche Fahrradtour ist die richtige Ausrüstung sehr wichtig. Rennrad, Fahrradkleidung und Helm sind Pflicht, Regenkleidung und Sonnencreme sind von Vorteil. Alle 30 bis 40 Kilometer gibt es einen Stopp, bei dem sich die Radler erholen, stärken und neue Energie schöpfen kann. "Pro Tag verbraucht die Gruppe 15 Kisten Müsliriegel, 50 kg Bananen, 50 kg Äpfel und 30 Liter Wasser bzw. Isodrinks", zählt Gritz auf.

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