KREIS HERFORD Leiharbeitnehmer verklagt Zeitarbeitsfirma

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit / Gütetermin vor dem Herforder Arbeitsgericht blieb ohne Ergebnis

Kreis Herford (lmg). Mit dem Boom von Leiharbeit in den vergangenen Jahren ging auch die Forderung der Gewerkschaften einher, dass die entliehenen Mitarbeiter für die gleiche Arbeit auch wie das Stammpersonal bezahlt werden müssen ("Equal Pay").

Ein Herforder Zeitarbeiter pocht nun vor dem Arbeitsgericht auf sein Recht und bezieht sich dabei auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts.
Der Mann war von 2008 bis 2011 bei der Firma ZAG-Zeitarbeit beschäftigt, die deutschlandweit etwa 750.000 Menschen vermittelt.
"Dort wurde er nach den Tarifverträgen der Christlichen Gewerkschaft für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) bezahlt. "Diese Verträge sind allerdings ungültig", so die Auffassung von Rechtsanwalt Klaus Pahde, der den Kläger vertritt.

Anzeige

Denn das Bundesarbeitsgericht hat im vergangenen Monat festgestellt, dass die CGZP keine richtige Gewerkschaft sei und damit auch nicht befugt, Tarifverträge abzuschließen. "Mein Mandant fordert nun eine Nachzahlung von rund 6.300 Euro für die Jahre 2008 bis 2010." Der Tarifvertrag der Zeitarbeitsfirma weist einen Lohn aus, der nur der Hälfte der tariflichen Löhne in den Betrieben entspreche.

Der jetzige Gütetermin vor dem Arbeitsgericht in Herford blieb ohne Ergebnisse. "Dass mein Mandant einen Anspruch hat, ist unstrittig", sagte Rechtsanwalt Pahde. Die Gegenseite pocht jedoch auf Ausschlussfristen: "Im Arbeitsrecht muss der Kläger innerhalb kurzer Fristen seine Ansprüche geltend machen", erklärte die Gegenseite. Die Auslegung, wann eine solche Frist endet, ist kniffelig. "Wann mein Mandant seine Ansprüche hätte geltend machen sollen, wird Ende März Thema in der Verhandlung sein", sagte Pahde.

Anzeige
Teilen

Kommentare

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.

Anzeige
Anzeige
realisiert durch evolver group