Quasi über Nacht tauchen immer neue Container auf. - © FOTO: WIND
Quasi über Nacht tauchen immer neue Container auf. | © FOTO: WIND

ENGER Anonyme Container ärgern Stadt und DRK

Niemand weiß, wer hinter den Sammelstationen für Altkleider und Schuhe steckt / Stadt sieht keine Handhabe

Enger (maw). Wer nicht genau hinsieht, hält sie für Container des DRK. Überall im Stadtgebiet sind in den vergangenen Wochen cremefarbene Altkleidercontainer aufgetaucht. In roter Schrift wird darauf um "Kleidung & Schuhe" gebeten. Wer die Container aufgestellt hat und wer hinter der Sammlung steht, ist allerdings unbekannt.

Wer die ebenfalls auf den Containern angegebene Telefonnummer aus dem Osnabrücker Raum anwählt, hört eine Tonbandaufnahme: "Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht besetzt." Wer will, kann auf einen Anrufbeantworter sprechen. Die ganz offensichtlich kommerziellen Zwecken dienenden Container ärgern nicht nur viele Bürger. Auch der Stadt Enger sind sie ein Dorn im Auge.

"Wir haben bereits Zettel an den Containern hinterlassen, damit die Eigentümer sie abholen," so Manfred Redeker. Ohne Erfolg. Wirklich etwas tun, so der Fachbereichsleiter, könne die Stadt nicht. Abtransport und Zwischenlagerung auf dem Bauhofgelände sei zu teuer. "Und wer weiß, ob uns das dann nicht als Diebstahl ausgelegt werden könnte?" gibt Redeker zu bedenken. Momentan hoffe man bei der Stadt ganz einfach darauf, dass die Container bald wieder verschwinden.

Das ist jedoch eher unwahrscheinlich, sagt Klaus Garbrecht vom DRK Kreisverband Herford-Land. Das Problem mit den sehr ähnlich gestalteten Containern ist dem Roten Kreuz schon seit längerem bekannt. "In anderen Kreisen stehen die schon lange, im Kreis Herford verstärkt seit Anfang April," so Garbrecht.

Machen könne man da nichts, so Garbrecht, zumal viele Container auf Privatgrund ständen. Erfahrungsgemäß blieben die Container stehen - bis irgendwann Beschwerden eingingen und eine Kommune vielleicht doch einmal reagiere. So lange würden die Container regelmäßig geleert.

Auswirkungen auf die Sammlungen des DRK hätten die Privatcontainer bislang noch nicht. Die zwölf DRK-Container in Spenge sowie die beiden Container in Enger seien nach wie vor gut gefüllt. Auch die Kleiderkammer in Spenge, die einmal wöchentlich geöffnet hat, sei weiterhin gut bestückt.

Am 17. September führt das Rote Kreuz wieder eine kreisweite Kleidersammlung durch. Auch diese sieht Garbrecht nicht durch die kommerziellen Container tangiert. "Die sind zwar ärgerlich, aber letztendlich können wir nichts dagegen machen," bedauert Garbrecht.

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