Das "3-V-Konzept" bescherte den Schülerinnen und Schüler aus der Rolf-Dirksen-Arbeitsgemeinschaft Umwelt den Sieg beim Wettbewerb des Vegetarier-Bundes. Zur Präsentation hatten Kristina Stulberg, Jens Wolter und Lehrer Manfred Vielhauer (v.l.) ihren Urlaub unterbrochen - und präsentierten die Urkunde im Lehrerzimmer der Hauptschule. - © FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER
Das "3-V-Konzept" bescherte den Schülerinnen und Schüler aus der Rolf-Dirksen-Arbeitsgemeinschaft Umwelt den Sieg beim Wettbewerb des Vegetarier-Bundes. Zur Präsentation hatten Kristina Stulberg, Jens Wolter und Lehrer Manfred Vielhauer (v.l.) ihren Urlaub unterbrochen - und präsentierten die Urkunde im Lehrerzimmer der Hauptschule. | © FOTO: ANDREAS SUNDERMEIER

Enger Vegetarisch, vollwertig, verantwortlich

3-V-Konzept beschert der Rolf Dirksen-Hauptschule einen Hauptpreis

VON ANDREAS SUNDERMEIER

Enger. Nein, Vegetarier werde er nicht, Warum auch? Fragt der 16-jährige Jens Wolter, Schüler der 9. Klasse in der Rolf-Dirksen-Schule. Ein Grund wäre vielleicht der Sieg in einem Wettbewerb des Deutschen Vegetarier-Bundes. Alle zwei Jahre richtet die Vegeterra-Stiftung diesen Wettbewerb aus. In diesem Jahr gewannen die elf Schüler der Umweltgruppe den Preis in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Und 1.500 Euro. Ihr Konzept-Motto: "Wir hauen unsere Freunde nicht in die Pfanne."

Begeistert zeigte sich Manfred Vielhauer, Lehrer und zusammen mit Sigrun Gehlen-Büßelberg Leiter der Umweltgruppe, vom Engagement seiner größtenteils 16-jährigen Schüler; zumal am vergangenen Samstag derer drei mitten in den Ferien zur Präsentation ihres Konzeptes nach Dortmund gefahren waren. Jens war dabei, Kristina Stulberg, die mit ihren Eltern den Urlaub au der Ostsee abgebrochen hatte, und Lena Sabbato, die den Nordseeurlaub einen Tag pausieren ließ.

Dieser Aufwand - und natürlich auch der des vergangenen Schuljahres - hatte sich gelohnt. Das "3-V-Ernährungskonzept" der Engeraner Schüler fand das uneingeschränkte Wohlwollen der Jury. "3-V" - das steht für vollwertig, vegetarisch/vegan und für verantwortungsbewusst.

Lena Sabbato hatte in Dortmund den Punkt "Vollwertig" erläutert und war dabei auf den biologischen Wert der Lebensmittel eingegangen. Den hätte nur frische, unbehandelte Nahrung. Da sei es besser zu dünsten statt zu kochen, oder das Essen im Dampfgarer, statt in der Pfanne, zuzubereiten.

Den Punkt "Vegetarisch/Vegan" trug Jens Wolter vor: Tierisches Eiweiß sei schlecht für den Körper, Fleischverzehr sei aus ethischen Gründen abzulehnen, gerade in der Mast-Tierhaltung werde die pflanzliche Nahrung an die Tiere verschwendet und zudem zeichne die Massentierhaltung für einen Teil des Treibhauseffektes verantwortlich.

Über "Verantwortungsbewusstsein" sprach Kristina Stulberg: "Hier ist es besonders wichtig, die saisonale Verfügbarkeit und die Anbieter der Region zu berücksichtigen. Es gilt: Regional statt global."

Derweil ihr Klassenkamerad Jens erklärte: "Ich brauche Fleisch. Auch weil es mit gut schmeckt", sagte Kristina: "Ich könnte mir gut vorstellen, mich vegetarisch zu ernähren. Aber sie sehe natürlich die Probleme, die sich dadurch beim Essen in der Familie ergeben."

Manfred Vielhauer hat keine Probleme mit dem Essen. Seit 20 Jahren ist er Vegetarier. "Ich will aber nicht missionieren." Es gebe für jeden nur die individuell gute und richtige Ernährung. Bei seinen Schülern wolle er aber die These festsetzen: "Ich muss bewusst überlegen, was ich essen will. Und ich lasse mich nicht von der Werbung beeinflussen."

Vielhauer will Wissen vermitteln. Das Bewusstsein schärfen und die Kinder und Jugendlichen zu mündigen Bürgern erziehen. Auch im Bereich Nahrung.

Jens ist auf einem guten Weg zu diesem Ziel: Der Fleischliebhaber hat natürlich auch das in der Gruppe selbst zubereitete vegetarische Gericht probiert. "Und es hat sogar geschmeckt." Dennoch bleibt er dem Fleisch treu. Es darf aber gern bio sein.

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