Hier lang: Die OGS weist vielen Kindern des Weg - © Andreas Sundermeier
Hier lang: Die OGS weist vielen Kindern des Weg | © Andreas Sundermeier

Enger Mehr Geld für Offenen Ganztag

OGS in Enger: Gisela Kucknat, Geschäftsführerin der AWO im Kreis Herford, berichtet über die Arbeit an den vier Grundschulen.

Karin Wessler

Enger. Seit dem Jahr 2004 betreut die Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Offenen Ganztag (OGS) an den vier Grundschulen in Enger. Hauptsächlich finanziert sich diese Arbeit aus den Landeszuwendungen, den Elternbeiträgen und dem städtischen Zuschuss. Doch nun reicht dieses Geld nicht mehr, die Elternbeiträge und der freiwillige städtische Zuschuss in Höhe von bislang knapp 60.000 Euro jährlich müssen angepasst werden. AWO-Geschäftsführerin Gisela Kucknat und Doris Rickert, bei der AWO zuständige für die OGS, erläuterten während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend und Sport die Gründe. 400 Kinder werden betreut „Insgesamt werden an den vier Standorten knapp 400 Kinder betreut – und die Zahlen steigen", machte Kucknat deutlich. Knapp die Hälfte aller Engeraner Grundschüler besuche die OGS. „Die AWO bietet mehr als das Gesetz fordert", betonte Kucknat. „Die Betreuung läuft von 7.15 bis 16.30 Uhr. Es wird eine Ferienbetreuung mit relativ geringer Zuzahlung angeboten." Bei den Kursen gebe es qualitativ gute Kursleiter und angemessene Teilnehmerzahlen, führte sie weiter aus. An den vier Grundschulen kümmern sich 34 Mitarbeiter in der OGS um die Mädchen und Jungen. „Auch sind zusätzlich Bufdis – Frauen und Männer aus dem Bundesfreiwilligendienst – im Einsatz. Die Mitarbeiterstunden wachsen moderat, aber kontinuierlich", so Kucknat. Dies sei unter anderem der Inklusion geschuldet. Die Kosten steigen stetig Die Kostenentwicklung der letzten fünf Schuljahre sei insgesamt ansteigend. „Im Schuljahr 2012/13 lagen die Kosten bei rund 712.500 Euro, im Schuljahr 2016/17 liegen sie bei rund 875.600 Euro." Die Kosten seien zum Teil durch eine Tariferhöhung angestiegen. Erstmalig seien in diesem Schuljahr die Kosten nicht zu finanzieren. Die Deckungslücke mache rund 45.000 Euro aus. Die qualitätvolle Arbeit sichern Gisela Kucknats Appell an die Ausschussmitglieder lautete daher: „Eine gute OGS darf keine Glücksache sein. Ich bitte Sie, unsere qualitätvolle Arbeit weiterhin zu sichern." Während der Diskussion wurde deutlich, dass der Anteil der Kinder mit sozialpädagogischen Förderbedarf gestiegen sei. „Die Zahl der Kinder, die besondere Aufmerksamkeit brauchen, hat sich stark erhöht", unterstrich außerdem Doris Rickert. In Enger seien dies 75 von den knapp 400 betreuten Kindern. Gutes Geld für gute Arbeit „Gute Kinderbetreuung ist nötig", betonte Klaus-Hermann Bunte (Grüne). Es müsse gutes Geld für gute Arbeit geben. Auch die Eltern sollten zur Finanzierung heran gezogen werden, um einen Ausgleich hinzukriegen. Dem stimmten SPD und CDU zu. „Die Zuwendung der Stadt an die OGS ist eine freiwillige Leistung, aber eine wichtige", betonte Bürgermeister Thomas Meyer. Die Stadt stelle auch die Räume und das Inventar zur Verfügung und kümmere sich zudem um den Geldeinzug. „Die OGS ist in Enger gut gestartet und hat sich gut entwickelt. Da müssen wir am Ball bleiben."

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