Lohnt sich: Das 4er-Ticket. - © Karin Prignitz
Lohnt sich: Das 4er-Ticket. | © Karin Prignitz

Enger Rat Enger hält am 4er-Busticket fest

Einstimmiges Votum: Parallel zum Weser-Werre-Ticket soll es weiterhin verbilligte Fahrten für finanziell schwächer gestellte Menschen in Enger geben

Ekkehard Wind

Enger. Einige Menschen haben kein eigenes Auto und sind auf den Bus angewiesen. Aber nicht jeder kann sich Fahrkarten zum regulären Preis leisten. Der Rat der Stadt Enger hat sich jetzt einstimmig dafür ausgesprochen, auch künftig für Inhaber des Wittekindpasses – dies sind zum Beispiel Sozialhilfeempfänger – das vergünstigte 4er-Ticket anzubieten. Für finanziell schwächer gestellte Menschen gibt es zudem in den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke ein weiteres Sozialticket – das Weser-Werre-Ticket. Dabei handelt es sich um ein Monatsticket für 35 Euro. 225 Engeraner haben eine Kundenkarte Der Rat Enger hatte sich Mitte 2016 dazu entschlossen, ein Jahr lang parallel die Kundenkarte für das Weser-Werre-Ticket und für Inhaber des Wittekindpasses die 4er-Tickets auszugeben und danach neu über die Ausgabe des 4er- Tickets zu entscheiden. Mitte des Jahres besaßen 225 Engeraner eine Kundenkarte zum Erwerb des monatlich gültigen Weser-Werre-Tickets. Konkrete Nutzungsdaten für Enger kann die Minden-Herforder Verkehrsgemeinschaft (mhv) nach Angaben der Stadtverwaltung nicht benennen. Im gesamten Verbreitungsgebiet (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) sind im ersten Jahr seit der Einführung rund 35.000 Monatstickets verkauft worden. Ticket für Arzt- und Behördenbesuche Dies habe die Erwartungen übertroffen, so die Stadtverwaltung. Das Weser-Werre-Ticket sei somit ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot. Aus den Kundenkontakten lasse sich erkennen, dass 70 bis 80 Prozent der Karteninhaber regelmäßig ein Monatsticket erwerben und zu einem erheblichen Teil zum Besuch von Schulen, Sprachschulen, Eingliederungs- und Fortbildungsmaßnahmen nutzten. Die Verkaufszahlen des 4er-Tickets sind seit der Einführung des Weser-Werre-Tickets rückläufig. Dennoch, so die Verwaltung, gebe es einen kleinen festen Personenkreis, der das billigere Ticket – überwiegend für Arzt und Behördenbesuche – weiterhin kontinuierlich nutze, da ein Monatsticket aufgrund der geringen Zahl der Busfahrten für diese Personen unwirtschaftlich sei. Dies bewog alle Fraktionen, an dem 4er Ticket festzuhalten. „Gerade für Personen, die wenig Geld haben, ist es wichtig", sagte Henning Singerhoff (CDU). 50 Prozent Zuschuss Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Berthold Dessin plädierte für die Beibehaltung. Die Stadt bezuschusst das 4er-Ticket in Höhe von 50 Prozent. Pro Jahr fallen nach Angaben von Bürgermeister Thomas Meyer rund 4.000 Euro an Kosten für die Stadt Enger an.

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