Enger Imker aus Enger ist nun Bienenweide-Fachberater

Ausbildung absolviert: Peter Bechauf hat viele Tipps zur Anlage von insektengerechten Wiesen und Blühinseln

Karin Wessler

Enger. Die Imkerei betreibt Peter Bechauf schon seit vielen Jahren. Jetzt hat der Engeraner noch einmal die Schulbank gedrückt und eine Fachausbildung absolviert: Seit dem vergangenen Wochenende ist er offizieller „Bienenweide-Fachberater". Seine Motivation: „Bienen finden immer weniger Nahrung, da muss jetzt ein Umdenken stattfinden", betont er. Das möchte er mit seiner neuen Aufgabe unterstützen. Lange Imker-Erfahrung Vor knapp zwölf Jahren ist Peter Bechauf auf die Biene gekommen. „Damals habe ich mir einige Völker angeschafft. 2012 wurde ich auch Mitglied im Imkerverein Spenge/Enger." Ihm sei bei der Arbeit mit den Bienen aufgefallen, dass immer weniger Nahrung für sie zur Verfügung stand. Als dann der Vereinsvorsitzende Norbert Aschoff davon berichtete, dass der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker eine Ausbildung zum Bienenweide-Fachberater anbot, habe er sich umgehend angemeldet. „Dabei hat mich Norbert Aschoff sehr unterstützt." Zu seiner Ausbildung, sich von April bis Oktober hinzog, besuchte Bechauf sechs Schulungsmodule in Bad Sassendorf. „Inhalte waren dann etwa Themen wie Wege zu einer blühenden Landschaft, Blühflächen in Städten, Naturgärten oder auch Blühangebote in der Landwirtschaft", berichtet Bechauf. Am Ende stand die Abschlussprüfung. „Da habe ich zum Thema ,Alte Obstsorten’ referiert." Alte Obstsorten wichtiges Thema Die Informationen habe er selbst recherchieren müssen. „Das war gar nicht so einfach. Aber ich habe interessante Menschen dabei kennen gelernt – unter anderem Hans-Joachim Bannier aus Bielefeld, ein Obstsortenkenner und ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet." Der Apfelkundler sammle auf seiner Plantage in der Nähe des Tierparks viele hauptsächlich alte Apfelbäume. „Für ,normale’ Plantagenbesitzer ist das ein regelrechter Schreckensgarten, denn hier wird nie gespritzt." Klar gebe es auch Baumkrankheiten. „Aber die sind nicht ansteckend. Die Bäume sind halt resistent." Dass keine Fungizide gespritzt werden, komme den Bienen sehr zugute. „Jetzt spiele ich mit dem Gedanken, eine Streuobstwiese anzulegen." Es fehle ihm derzeit allerdings eine Fläche. „Ich möchte anhand dieses Beispiels aufzeigen: Es gibt Alternativen, man muss Bäume nicht spritzen." Er kenne mittlerweile auch Adressen von guten Blumen- und Wiesensamen-Anbietern. Sein Rat: „Ich empfehle regional gezogenen Samen. Der wächst immer besser als solcher, er aus anderen Gegenden stammt." Durch Kontakte zu Fachleuten während seiner Ausbildung weiß Peter Bechauf nun ein Netzwerk von Experten hinter sich. „Wenn ich nicht weiter weiß, kriege ich immer irgendwo Hilfe. Das Netzwerk ist da und es funktionier", hat er schon erfahren. Schon einige Vorträge gehalten Sein frisch erworbenes Wissen konnte Bechauf schon mehrfach weiter geben. „Im Detmolder Freilichtmuseum und auch während der Landesgartenschau in Bad Lippspringe habe sich schon Vorträge zu diesem Thema gehalten", berichtet er. Auch auf dem Bielefelder Jahnplatz habe er bereits einen Imkerstand betreut. „Da habe ich während einer Veranstaltung die vorbei kommenden Menschen angesprochen auf der Straße und darauf aufmerksam gemacht, dass es immer noch Bienen gibt." Auch auf Kirschblütenfest in Enger sei er schon seit Jahren zusammen mit Imker-Kollegen mit einem eigenen Stand vertreten. „Das hat mir immer viel Spaß gemacht." Ihm liegt daran, ein Umdenken zu fördern. „Denn Naturschutz tut not."

realisiert durch evolver group