Literarisch inspiriert: Helen Horgan, Aga Tamiola, Angelika Höger, Vanessa Schwarkow, Ann Marie Deacy und Milena Evering (v.l.) stöberten in Bücher einer irischen Bibliothek. - © Foto: Viktoria Schmeding
Literarisch inspiriert: Helen Horgan, Aga Tamiola, Angelika Höger, Vanessa Schwarkow, Ann Marie Deacy und Milena Evering (v.l.) stöberten in Bücher einer irischen Bibliothek. | © Foto: Viktoria Schmeding

Enger Literaturprojekt im Gerbereimuseum Enger

Junge Autorinnen verfassen Gedichte und Texte zu Werken einer irischen Bibliothek

Teile eines mobilen Kunstwerks von Jahrhunderte alten Büchern inspirierten vier junge Engeraner Künstlerinnen, ihre eigenen Texte und Gedichte zu bestimmten Büchern zu verfassen. Ihre literarische Kreativität stellten sie im Gerbereimuseum vor. Die Irin Helen Horgan rettete eine vierhundert Jahre alte Bibliothek irischer Franziskanermönche in der Stadt Cork vor ihrer Auflösung. Diese Bibliothek veränderte sie zum mobilen Kunstwerk LFTT (Legs Foundation fort the Translation of Things) Library. Während ihres Irlandaufenthaltes hatte sich die Bielefelder Künstlerin, Angelika Höger, intensiv mit den Büchern auseinandergesetzt. „Ich war sehr vertieft in die Bücher und begeistert von ihnen“, erklärte Höger. „So entstand die Idee, die Bücher auf Reisen gehen zu lassen.“ Seit einiger Zeit befinden sich 200 Bücher aus der Bibliothek im Bielefelder Atelier „Artists Unlimited“, die sich Interessierte ansehen können. Thematisch beschreiben die 200 Bücher Handlungsanweisungen und reichen von Gartengestaltung über Vogelkunde und Erläuterungen Heiliger bis hin zum Schreibratgeber. Das Stöberangebot nahmen Milena Evering, Anna Paszehr, Vanessa Schwarkow und Rabea Jasmin Usling vom Rumpelstilzchen-Literaturprojekt, einer Arbeitsgemeinschaft des Widukind-Gymnasiums Enger (WGE) unter der Leitung von Michael Hellwig gerne an und ließen sich zu eigenen Texten inspirieren. „Ich fand es super, dass wir an solch einem Projekt teilnehmen durften. Es war spannend, durch die alten Bücher zu blättern“, erläuterte Paszehr. Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Das Wort wird Bild“ im Gerbereimuseum sowie des ostwestfälischen Literaturfestivals „hier!“ des Netzwerkes „literaturland westfalen“ präsentierte das Rumpelstilzchen-Literaturprojekt seine Gedichte und Texte an verschiedenen Plätzen des Museums. Fasziniert von Astronomie- und Psychologiebüchern verglich Schwarkow Erinnerungen an die Milchstraße, eine leuchtet heller als die andere, Gedanken zur Erde, die kontinuierlich umherkreisen, und Träume mit Sternen, die nicht immer erkennbar aber wohlwissend immer vorhanden sind. Unterstützt wurden die Texte von einer Klang-Performance der irischen Künstlerin Ann Marie Deacy, einer Klang-Performance und kinetischen Objekten von Höger sowie Aktionen und Bildern der polnischen Künstlerin Aga Tamiola. Nach dem literarischen Genuss auf Deutsch und Englisch klatschte das Publikum anerkennend und begeistert. Höger hat zu ihrem mobilen Kunstwerk einen Blog erstellt (theLFTTLibrary.com), auf dem es auch einen Link zu den Texten der vier Rumpelstilzchen-Autorinnen gibt.

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