Enger Beim Küchenhersteller Alno stehen die Bänder still

Auch bei der Engeraner Tochter Wellmann ruht die Produktion

Andreas Sundermeier

Pfullendorf/Enger. Der insolvente Küchenhersteller Alno kann seinen Geschäftsbetrieb vorerst nicht mehr finanzieren – die Produktion steht ab sofort still. Auch bei den ebenfalls insolventen Tochtergesellschaften Wellmann in Enger und Pino in Coswig stehen die Bänder still. Neue Bestellungen werden nicht mehr angenommen, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Hörmann überraschend mitteilte. Gespräche mit den wichtigsten Kunden und Lieferanten hätten keine Lösung gebracht. Mit Kunden wolle Hörmann aber weiterhin individuell Möglichkeiten ausloten, die Probleme mit fehlenden Teilen bei ausgelieferten Küchen zu lösen, hieß es. Der Fokus liegt nach seinen Angaben nun darauf, so schnell wie möglich einen oder mehrere Investoren zu finden, um Alno komplett oder in Teilen zu verkaufen. Trotz erschwerter Rahmenbedingungen will Hörmann „alles tun, um eine Fortführungslösung zu finden, Arbeitsplätze zu erhalten und die Interessen der Gläubiger bestmöglich zu wahren". Allein bei Wellmann sind 450 Mitarbeiter betroffen. Die Zeit drängt. Das Insolvenzgeld wird nur noch bis zum 1. Oktober gezahlt. Danach müsste der Insolvenzverwalter die Mitarbeiter bezahlen. Und das gehe nur, wenn die Produktion läuft, sagte Gewerkschaftssekretär Frank Branka. „Schon in den letzten Wochen standen die Bänder oft still." Banka sieht lediglich eine Chance für Wellmann, wenn der Insolvenzverwalter kurzfristig Investoren findet. Branchenkenner hatten explizit Wellmann gute Chancen ein geräumt. Auch Branka spricht von einem „guten Werk mit guten Produkten und motivierten und sehr guten Mitarbeitern". Und er wagt eine Hoffnung: „Derzeit ist Möbelorderwoche. Wenn ein Hersteller hier vorbeikommt und expandieren will, könnte er ab Montag dort sehr gute Küchen produzieren lassen." Nach jahrelangen finanziellen Schwierigkeiten hatte der börsennotierte Küchenhersteller Alno mit insgesamt rund 1.900 Mitarbeitern vor gut zwei Monaten Insolvenz angemeldet.

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