In der Sankt-Dionysius-Kirche: Christoph Ogawa-Müller (v. l.), Paul Gerhardt Adam und Alexander Grötzner haben sich um das von Eberhard Hellinge geschaffene Taufbecken versammelt. Im Hintergrund ist der Altarraum mit dem Kreuz des Künstlers zu sehen. - © Britta Bohnenkamp-Schmidt
In der Sankt-Dionysius-Kirche: Christoph Ogawa-Müller (v. l.), Paul Gerhardt Adam und Alexander Grötzner haben sich um das von Eberhard Hellinge geschaffene Taufbecken versammelt. Im Hintergrund ist der Altarraum mit dem Kreuz des Künstlers zu sehen. | © Britta Bohnenkamp-Schmidt

Enger Sakrales Werk des Bildhauers Eberhard Hellinge gewürdigt

Ein Abend voller Impressionen Musik und Erläuterungen: Bildhauer hat die katholische Kirche künstlerisch geprägt

Britta Bohnenkamp-Schmidt

Enger. Die Gestaltung der katholischen Kirche Sankt Dionysius ist maßgeblich von der künstlerischen Handschrift Eberhard Hellinges geprägt. Erstmals wurden die sakralen Kunstwerke des 2016 verstorbenen Bildhauers, die das Gotteshaus an vielen einzelnen Stellen und in Gänze prägen, jetzt zusammenhängend gewürdigt. Anlass dafür war der 85. Geburtstag des Engeraner Künstlers im August dieses Jahres. Christoph Ogawa-Müller, langjähriger Weggefährte Hellinges, hatte sich für diesen Abend voller Impressionen auf „Spurensuche" begeben und auch die Stimmen von Freunden und Begleitern des Bildhauers eingefangen. Dennoch stellte er im Gespräch zuvor fest: „Viele Fragen sind offen geblieben. Eberhard Hellinge ist so unvermittelt gestorben, dass man nicht darauf vorbereitet war." Der Künstler selbst sah sich als Medium Kirchenmusiker Alexander Grötzner und Countertenor Paul Gerhardt Adam schufen mit liturgischen Gesängen den passenden spirituellen Klangrahmen für Ogawa-Müllers Ausführungen. „Wir wollen hier keinen Personenkult betreiben, denn das wäre nicht in Eberhard Hellinges Sinn. Er selber hat sich immer als Medium gesehen", berichtete er und lenkte den Blick auf die Kirchenfenster, die der Bildhauer einem Perlenvorhang ähnelnd gestaltet hat. „Die Fenster trennen und verbinden das Draußen und Drinnen zugleich", erläuterte Ogawa-Müller. Zentrales Element des Kirchenschiffes ist der massive Altar – ein Monolith mit einer schweren Steinplatte, die zwei geöffnete Hände symbolisiert. „Hier fühlen wir die elementare Symbolkraft des Opfertisches, der der Altar ursprünglich war", schilderte Ogawa-Müller seine Eindrücke.  „Sinnbilder statt Abbilder" Korrespondierend dazu wirke der Tabernakel als Aufbewahrungsort der Hostien, der sich gestalterisch zum Kreuz hin öffne. Dessen abstrakte Anmutung spiegele Hellinges Streben wieder, stets „Sinnbilder statt Abbilder" zu schaffen. Auch die „sparsam ausgelegten" Priesterstühle, das Lesepult und zwei hölzerne Maria und Josef-Figuren hat Hellinge für den Engeraner Kirchenraum gestaltet. Erst vor wenigen Jahren widmete er sich dem Entwurf eines Taufbeckens, das mittlerweile einen zentralen Platz vor dem Altar gefunden hat. Am Samstag, 16. September, steht ein Querschnitt des Gesamtwerkes von Eberhard Hellinge von 11 bis 18 Uhr im Mittelpunkt einer Gemeinschaftsausstellung im Kleinbahnmuseum.

realisiert durch evolver group