Die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Widukind-Gymnasiums waren in der Aula versammelt, um sich mit den Thesen von Fabian Stoffel (Die Linke, v.l.), Maik Babenhauserheide (Grüne), Stefan Schwartze (SPD) und Tim Ostermann (CDU, r.) zu beschäftigen. Die Moderation hatten Finn Hildebrand (4.v.l), Niklas Voß und Lucia Limberg übernommen. Einführende Wort sprach Schulleiter Ulrich Henselmeyer. - © Andreas Sundermeier
Die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Widukind-Gymnasiums waren in der Aula versammelt, um sich mit den Thesen von Fabian Stoffel (Die Linke, v.l.), Maik Babenhauserheide (Grüne), Stefan Schwartze (SPD) und Tim Ostermann (CDU, r.) zu beschäftigen. Die Moderation hatten Finn Hildebrand (4.v.l), Niklas Voß und Lucia Limberg übernommen. Einführende Wort sprach Schulleiter Ulrich Henselmeyer. | © Andreas Sundermeier

Enger Politiker diskutierten mit WGE-Schülern

Muntere Fragestunde: Kandidaten von vier Parteien standen in Enger Rede und Antwort

Andreas Sundermeier

Enger. Drei Schüler konfrontierten vier Politiker, die für den Bereich Kreis Herford/Bad Oeynhausen in den Bundestag gewählt werden möchten, mit Statements auf den Wahlplakaten. Und sie brachten damit eine manchmal recht flotte Diskussion in Gang. Maik Babenhauserheide (Grüne), Tim Ostermann (CDU), Stefan Schwartze (SPD) und Fabian Stoffel (Linke) standen gestern in der Aula des Widukind-Gymnasiums Enger Rede und Antwort. Lucia Limberg, Niklas Voß und Finn Hildebrand – alle 17 Jahre alt und im Sozialwissenschaftskurs – führten durch die Fragerunde. Sie hatten im Vorfeld Fragen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler gesammelt und boten den Politikern ein Forum. Nicht mit von der Partie war die nicht eingeladene AfD (siehe Kasten). Auch die FDP war nicht auf dem Podium vertreten. „Die hatten keine Zeit", erklärten die Moderatoren unisono. „Und das beim Slogan: Schulranzen verändern die Welt. Nicht Aktenkoffer." Bildung, Soziales, Wirtschaft In drei Bereichen – Bildung, Wirtschaft, Soziales – befragten die Moderatoren die Kandidaten und führten jeden Bereich mit einem Slogan ein. „Nur wer Chancen bekommt, kann Chancen nutzen" von den Grünen. Maik Babenhauserheide erklärte, was er als Erstes im Sinne der schulischen Bildung verändern werde. „Wir müssen die personelle Ausstattung und die der Gebäude verbessern. Es darf nicht mehr auf die Herkunft der Eltern ankommen." Fabian Stoffel (Linke) plädierte für eine Schule für alle; eine Gesamtschule, in der lange miteinander gelernt werde. Er favorisierte das Abitur nach 13 Jahren. Tim Ostermann (CDU) hingegen steht weiter für ein gegliedertes Schulsystem. Derzeit engagiere sich der Bund gemeinsam mit den Ländern für die Digitalisierung im Schulbereich. Ein Tablet für jeden aber, das vom Bund finanziert werde, werde es nicht geben; dass könne der Bund nicht leisten. Stefan Schwartze brachte Zahlen: „Wir haben einen Investitionsbedarf von 34 Milliarden Euro. Jetzt gibt der Bund 3,5 Milliarden für finanzschwache Kommunen. Das ist zu wenig." Schwartze plädierte auch für die Einstellung neuer Lehrer und technische Ertüchtigung. „Aber so lange es in die Klassenräume reinregnet, brauche ich nicht über W-Lan zu reden." Für die Digitalisierung an den Schulen sprachen sich alle Kandidaten aus. Fairer Lohn für alle Bereiche Im Bereich Wirtschaft lautete der Slogan „Für gute Arbeit und gute Löhne". Ein Plakat der CDU, auf das SPD-Kandidat Schwartze sofort reagierte: „Darüber kann ich mich aufregen. Wir haben den Mindestlohn hingekriegt. Und das gegen die Meinung der Partei mit dem C im Namen, die damit den Niedergang des Abendlandes verbunden hatte." Er stehe für fairen Lohn in allen Bereichen. Und Schwartze sah gerade in der Plakataussage eine ureigene Forderung der SPD. Tim Ostermann verteidigte das Plakat und betonte, dass seit Regierungsbeginn von Angela Merkel sich die Arbeitslosigkeit halbiert habe. Zeitnah werde die Vollbeschäftigung angestrebt, und auch die Lohnentwicklung sei positiv. Diese Statistik, erklärte Fabian Stoffel, sei „schön gerechnet". Es gelte, besonders die Probleme der unteren Einkommensgruppen zu lösen. Die Entwicklung der Löhne sei im Vergleich zur wirtschaftlichen Entwicklung „asymmetrisch" sagte Maik Babenhauserheide. Und: „Als ich das CDU-Plakat das erste Mal im Internet gesehen habe, dachte ich, das stammt von der Heute-Show." Politiker sehen viele Baustellen Im dritten Block „Soziales" lautet der SPD-Slogan: „Eine Gesellschaft ist nur dann gerecht, wenn alle die gleichen Chancen haben". Schwartze erklärte: „Wir setzen auf die Chancengleichheit aller. Egal, aus welchem Elternhaus sie kommen. Wir wollen untere und mittlere Einkommen steigern und Familien fördern." Ebenso setzt auch Babenhauserheide auf „Chancengleichheit, Kindergrundsicherung und eine Erhöhung der Hartz IV-Einkommen." Fabian Stoffel: „Wir stehen für die Verteilung des Reichtums, eine Vermögenssteuer und ein Grundeinkommen von 1.050 Euro." Im Bereich Soziales sah Ostermann „viele Baustellen". Er sehe aber auch, dass Deutschland „mit Blick aus dem Ausland" für die „gerechte Gesellschaft" beneidet werde.  Die Schüler stellten Fragen Auch Schüler aus dem Auditorium durften fragen. Einer, der im Rahmen der Fragestellung auf die AfD verwies, fragte Tim Ostermann danach, ob der die Sanktionen gegen Russland wegen der „angeblichen Annexion der Krim" beenden werde; und er versuchte seine These mit zahlreichen Zahlen aus der Wirtschaft zu begründen. Ostermann: „Die Sanktionen werden dann beendet, wenn Russland die Krim wieder frei gibt. Es handelt sich hier um einen unfassbaren Verstoß gegen das Völkerrecht. Da müssen wirtschaftliche Interessen zurück stehen."

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