Heinz-Hermann Welscher (Betron, v. l.), Klaus Bockermann (IHK), Marco Rieso (IHK), Olav Stieghorst (Betron), Thomas Meyer (Bürgermeister Enger), Hanspeter Stegh (Arbeitsamt), Jürgen Müller (Landrat) sowie Swen Binner (IHK-Geschäftsführer) mit dem Auszubildenden Timo Spilker (19), der eine Ausbildung als Elektroniker absolviert. - © Karin Wessler
Heinz-Hermann Welscher (Betron, v. l.), Klaus Bockermann (IHK), Marco Rieso (IHK), Olav Stieghorst (Betron), Thomas Meyer (Bürgermeister Enger), Hanspeter Stegh (Arbeitsamt), Jürgen Müller (Landrat) sowie Swen Binner (IHK-Geschäftsführer) mit dem Auszubildenden Timo Spilker (19), der eine Ausbildung als Elektroniker absolviert. | © Karin Wessler

Enger IHK auf "Ausbildungstour" zu Gast in Enger

IHK-Vizepräsident Klaus Bockermann würdigt Engagement örtlicher Betriebe. Über Herausforderungen im Bereich der beruflichen Bildung diskutiert

Karin Wessler

Enger. „Es ist eine Beratungsaufgabe und eine gesellschaftliche Aufgabe, jungen Leuten den Wert einer Ausbildung klar zu machen und diesen Wert zu stärken", sagte Klaus Bockermann, der in seiner Funktion als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) die Firma Betron in Enger besuchte, um in diesem „Vorzeigebetrieb" über das Thema Ausbildung zu diskutieren. Gemeinsam mit IHK-Geschäftsführer Swen Binner, IHK-Referatsleiter Marco Rieso, Landrat Jürgen Müller, Hanspeter Stegh von der Agentur für Arbeit in Herford, Bürgermeister Thomas Meyer sowie den Betron-Geschäftsführern Heinz-Hermann Welscher und Olav Stieghorst diskutierte er über Erfahrungen dieses Betriebes. Was Betriebe bei der Ausbildung leisten „Wir möchten die Ausbildungsleistungen bedeutender Unternehmen im Kreis Herford hervorheben", betonte Bockermann. „Und auch über die Herausforderungen sprechen, vor denen die Unternehmen im Bereich beruflicher Bildung stehen", unterstrich er. Und: „Die berufliche Ausbildung genießt oft nicht den Stellenwert, der ihr zusteht", so seine Erfahrung. „Neue Berufe müssen einfach bekannter gemacht werden. Es gibt viele Ausbildungsberufe, die einfach kaum einer kennt", so Heinz-Hermann Welscher. Betron sei vielfach in Schulen unterwegs, biete immer auch Praktika und Plätze beim Girls- und Boys-Day an. „Karrieren starten nicht nur über das Studium", so seine Einschätzung. Gegen Fachkräftemangel aktiv werden „Firmen sollen ausbilden. Vielerorts wird Fachkräftemangel beklagt. Dabei können Betriebe selbst dagegen angehen und einen eigenen Beitrag leisten, indem sie ausbilden", so Bockermanns Forderung. Er selber finde es zudem „toll und inspirierend, mit jungen Leuten zusammen zu arbeiten." IHK-Geschäftsführer Swen Binner beklagte eine Unterdeckung bei den unvermittelten Jugendlichen im Bezug auf offene Ausbildungsstellen. „Im Kreis Herford ist das eklatant." Besondere Schwerpunkte müssten bei der Akquise von Lehrstellen und bei der Starthilfen sowie bei Förderung von Mobilität liegen. „Wir müssen alles dafür tun, dass angebotene Ausbildungsstellen auch besetzt werden." Landrat Jürgen Müller: „Viele Betriebe im Kreis machen hochspannende Sachen. Die müssten bekannter werden." Immer mehr Abiturienten absolvieren eine duale Ausbildung, weiß er. Schülern zeigen, was einen Beruf ausmacht Hanspeter Stegh (Arbeitsamt) vertrat die Ansicht, dass „Schüler – etwa bei Praktika – sehen und erleben müssen, was einen handwerklichen Beruf ausmacht. Sonst ist es schwer, gegen vorgefertigte Meinungen anzugehen." Bürgermeister Thomas Meyer sagte zu, die Stadt wolle gute Rahmenbedingen für die örtlichen Betriebe schaffen. „Ein gutes Umfeld ist sicher auch für die Mitarbeiter wichtig, die hier arbeiten und wohnen wollen." Darüber hinaus sollen – Stichwort Wirtschaftsförderung – Betriebe die Hilfestellungen von Seiten der Stadtverwaltung erhalten, die geleistet werden können. „Da müssen wir immer im Gespräch bleiben."

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