Gruppenbild mit Nordrhein-Westfalens Schulministerin: Bei der Veranstaltung in Hamminkeln-Dingden trafen Maria, Carlotta, Caroline, Fynn und Leonie (v. l.) auch Sylvia Löhrmann. - © Foto: Widukind-Gymnaisum Enger (Leonie Tabea Hahn)
Gruppenbild mit Nordrhein-Westfalens Schulministerin: Bei der Veranstaltung in Hamminkeln-Dingden trafen Maria, Carlotta, Caroline, Fynn und Leonie (v. l.) auch Sylvia Löhrmann. | © Foto: Widukind-Gymnaisum Enger (Leonie Tabea Hahn)

Enger Schüler aus Enger im Einsatz für andere

Widukind-Gymnasium: Mit verschiedenen Aktionen haben sich Jugendliche am Förderprogramm „Demokratisch Handeln“ beteiligt

Mareike Patock

Carlotta und Caroline haben an diesem Mittwoch ein großes Glas voller Flaschendeckel mit in die Schule gebracht. „Davon haben wir schon 5.655 Stück – zumindest waren es so viele, als wir das letzte Mal gezählt haben", sagt Sechstklässlerin Carlotta. „Die Deckel haben wir hier am Widukind-Gymnasium gesammelt oder in Getränkeläden bekommen." Die Flaschenverschlüsse sind für einen guten Zweck bestimmt. Sie würden später an ein Recyclingcenter verkauft, berichtet Carlotta. Der Erlös komme der Aktion „500 Deckel für 1 Leben ohne Kinderlähmung" zu Gute. Diese Aktion finanziere Kindern in Afghanistan, Pakistan und Kenia eine Schutzimpfung gegen die Infektionskrankheit Polio. Mit ihrem Flaschendeckel-Projekt haben sich die beiden Sechstklässlerinnen des WGE jetzt auch an dem bundesweiten Förderprogramm „Demokratisch Handeln" beteiligt. Ende März wurden sie nach Hamminkeln-Dingden eingeladen, um ihr Projekt bei der „Regionalen Lernstatt NRW" vorzustellen. Mit dabei: NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Auch Maria und Leonie, die in die fünfte Klasse des Widukind-Gymnasiums gehen, haben sich mit ihren Mitschülerinnen Gwendolyn, Michelle und Melina an dem Förderprogramm beteiligt und durften ihr Projekt jetzt ebenfalls in Hamminkeln-Dingden vorstellen. Sie setzen sich ein für die Flüchtlingskinder, die an ihrer Schule in die sogenannte Internationale Vorbereitungsgruppe gehen. Ein Fahrrad-Check und eine Spendenaktion für Flüchtlingskinder „Die Kinder kommen ja aus anderen Ländern und konnten bei ihrer Flucht nicht viel mitnehmen", sagt die zehnjährige Maria. Ein Flüchtlingskind habe zum Beispiel mal erzählt, dass es oft Spielzeug oder Kleidung mit anderen tauschen müsse, weil es nicht genügend eigene Sachen habe. Die Fünftklässlerinnen wollten helfen – und haben eine eigene Spendenaktion ins Leben gerufen. Zunächst hätten sie die Flüchtlinge nach ihren Wünschen gefragt, anschließend hätten sie eine Liste mit den gewünschten Dingen – Schuhe und Handschuhe zum Beispiel, aber auch andere Kleidung oder Spielsachen – zusammengestellt. Diese Liste würden sie jetzt in allen Klassen des Widukind-Gymnasiums verteilen – damit die Wünsche auch erfüllt werden könnten, sagt Maria. Einige Flüchtlingskinder hätten sich auch ein Fahrrad gewünscht, berichtet die elfjährige Leonie. „Da haben wir deswegen mal beim ’Haus der Kulturen" in Enger nachgefragt." Warum sie das Projekt ins Leben gerufen haben? „Es macht doch Spaß, anderen zu helfen", sagt Leonie und ergänzt: „Es ist schön, wenn sie dadurch besser leben können." Auch ein drittes WGE-Projekt konnte beim Förderprogramm „Demokratisch Handeln" punkten. Fünftklässler Fynn hat es mit zwei Mitschülern initiiert. Die Drei haben einen Fahrradcheck am Widukind-Gymnasium gemacht. „Wir wollten, dass die Schüler an unserer Schule sicher durch den Winter kommen", sagt der Zehnjährige. Ende Oktober hatten sich die drei Fünftklässler die Räder der anderen WGE-Schüler angeschaut. „Wir haben insgesamt 103 Fahrräder gecheckt." Das Ergebnis: 82 davon seien in Ordnung gewesen, an einem Rad hätten die Reflektoren gefehlt, an drei weiteren das Vorderlicht und an insgesamt 17 das Rücklicht. „Wir möchten, dass unsere Mitschüler auf ihren Rädern gesehen werden", betont der Fünftklässler. „Denn hier an der Tiefenbruchstraße ist viel Verkehr und die Autos fahren schnell – manchmal zu schnell." Bei ihren Aktionen sind die Kinder von ihrem Lehrer Kirsten Biedermann unterstützt worden. Im Unterricht hätten sie ihre Projekte allerdings nicht entwickelt, sagt Fynn. „Das haben wir in unserer Freizeit gemacht."

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