Die Firma Kompotec plant eine Biogas-Anlage an ihrem Standort in Belke-Steinbeck. - © Mareike Patock
Die Firma Kompotec plant eine Biogas-Anlage an ihrem Standort in Belke-Steinbeck. | © Mareike Patock

Enger Debatte in Enger über geplante Biogas-Anlage

Politische Mehrheit erteilt „gemeindliches Einvernehmen“ zu dem Vorhaben der Firma Kompotec in Steinbeck. Entscheidung trifft der Kreis Herford

Ekkehard Wind

An ihrem Standort in Belke-Steinbeck will die Firma Kompotec eine Bioabfallvergärungsanlage zur Erzeugung von Biogas und ein Blockheizkraft errichten. Baugenehmigungsbehörde ist der Kreis Herford. Der Engeraner Stadtplanungsausschuss musste sich am Montagabend kurzfristig mit dem Vorhaben befassen, weil es um das sogenannte gemeindliche Einvernehmen geht. Der Kreis hatte die Stadt Enger um eine Stellungnahme gebeten. In dieser Stellungnahme kann die Kommune ausschließlich prüfen, ob das geplante Vorhaben den Festsetzungen des dortigen Bebauungsplans „Dornbreede“ entspricht. In zwei Punkten weicht das Vorhaben vom Bebauungsplan ab: Die Dachneigung der geplanten Gasspeicher und die Eingrünung entsprechen nicht den Festsetzungen (die NW berichtete). Da Kompotec aber kurzfristig einen Antrag auf Befreiung von den Vorgaben gestellt hat, gab es aus Sicht der Mehrheit im Stadtplanungsausschuss keinen Grund mehr, das gemeindliche Einvernehmen zu versagen. Mit dem Stimmen von SPD, Grünen und FDP würde es nach intensiver Diskussion erteilt. Die CDU votierte dagegen. „Wir sollten heute noch nicht über das Vorhaben abstimmen, denn wir müssen die Anlieger bei der Debatte mitnehmen“, hatte Detlev Göhner (CDU) gefordert. Es gebe dort die Sorge wegen zusätzlicher Geruchsbelästigungen. Die Bewertung möglicher Geruchsbelästigungen liege nicht in der Hand der Stadt Enger, betonte Jörg Pultermann von der SPD. Dies sah auch Harald Wurm von den Grünen so: „Die Genehmigungsbehörde ist nun einmal der Kreis Herford und nicht die Stadt Enger.“ Die Firma Kompotec stellte den Politikerinnen und Politikern ihre Pläne vor. Die neue Biogas-Anlage soll auf dem südwestlich angrenzenden Grundstück errichtet werden. Neben dem Umschlag von Bioabfällen, der Grünabfallkompostierung und dem Umschlag von Grünabfällen soll die Biogas-Anlage als vierte Betriebseinheit dazukommen. 8.500 Tonnen pro Jahr soll en energetisch verarbeitet werden. Das gewonnene und gespeicherte Biogas soll mittels eines Blockheizkraftwerkes zur Stromerzeugung genutzt werden. Das Unternehmen geht von 1,2 Millionen Kilowattstunden im Jahr aus. Das Fahrzeugaufkommen und die Tonnage soll sich nach Angaben von Kompotec nicht verändern. Das Unternehmen hat ein Geruchsgutachten in Auftrag geben müssen. Es komme zu dem Ergebnis, dass sich durch die neue Biogas-Anlage im Vergleich zum Ist-Zustand hinsichtlich der Geruchsbelästigung nichts ändere, sagte ein Sprecher des Unternehmens im Ausschuss. Denn man werde die „Grünabfall-Kompostierung runterfahren“. Das bedeutet: „Wir verzichten auf einen Teil der Kompostierung der Grünabfälle vor Ort.“ Somit werde geruchstechnisch vor Ort keine Veränderung wahrnehmbar sein. Aufgabe des Kreises Herford, und nicht der Stadt Enger, sei es, das Gutachten zu beurteilen, betonte auch Engers Fachbereichsleiterin Inge Nienhüser. CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Jaksties äußerte seinen Unmut, „dass wir uns so kurzfristig mit dem Vorhaben befassen müssen.“ Zudem könne man als Stadt Enger leider nur sehr begrenzt mitreden. Den zeitlichen Druck begründete der Firmensprecher mit einer angekündigten Novelle hinsichtlich der Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. Wenn das Unternehmen die Genehmigung für die Biogas-Anlage bis Ende 2016 nicht habe, sei zu befürchten, dass das Vorhaben nicht mehr wirtschaftlich sei.

realisiert durch evolver group