Enger / Mit Quiz Ein Plädoyer für Westerenger

Engeraner Ortsteile im Fokus: Die AGV-Vorsitzende Rosemarie Oberschelp geht auf Vereinsleben, Natur und Infrastruktur ein

Andreas Sundermeier

Es gibt kaum Superlative, die ihr nicht einfallen, wenn es um ihren Ortsteil, um ihre Insel geht: Rosemarie Oberschelp und Westerenger, das ist eine Symbiose. Eine gewachsene Seelenverwandtschaft. Sie ist mit Leib und Seele Westerengeranerin. „Ich habe hier schon immer gewohnt", sagt sie. Immer in dem selben Ortsteil. Immer in dem selben Haus. Und nicht eine Sekunde davon bedauert sie. Seit über 63 Jahren lebt sie auf dem Bauernhof In der Diekbrede – inmitten der Wiesen und Weiden. „Als Kind bin ich immer einer halbe Stunde lang gegangen, bis ich an der Schule war. Auf dem Weg habe ich eine Freundin an der Weststraße und eine am Taubenweg abgeholt. Und wir haben viel gequatscht. Und als ich dann wieder zu Hause war, hatten wir alles, was uns geärgert hat, auf dem Rückweg auch wieder weggequatscht." Der Bauernhof sei ihre „Insel" gewesen. Im Laufe der Jahre wurde die Insel größer und erstreckte sich jetzt auf den gesamten Ortsteil. Seit fünf Jahren nun ist die Westerengeranerin mit Herz jetzt für die Arbeitsgemeinschaft der Vereine zuständig. Inselverwalterin quasi. Und eines ist aus der Jugendzeit geblieben. „Das Quatschen", sagt sie und lacht. Wenn sie ihren abendlichen Weg mit Hund und Fahrrad – das Gassifahren – angeht, plant sie immer ein wenig mehr Zeit ein. Denn dann trifft sie oft Menschen. Auf der Straße oder im Garten. Und auch dann wird viel gesprochen. Über alles, was in Westerenger so anliegt. Und das ist einiges. „Doch nur wenig, was nicht läuft." „Hier in Westerenger gibt es keine Baustellen," sagt sie. „Irgendwie geht’s nirgendwo besser als es hier ist." Und: „Für mich ist Westerenger der Ortsteil, der im gesamten Stadtgebiet am besten aufgestellt ist. Es ist einfach toll, hier zu leben." Deshalb verließ sie den Ortsteil auch nicht. Nach der Hochzeit mit 18 Jahren zog ihr Mann mit auf den Hof. Und seitdem genießen die beiden das Leben. Hier, mitten in der Natur. Und nicht weit weg von der Grundversorgung. „Wir haben doch alles hier. Die Infrastruktur ist klasse. Und die Vereine." Von denen schwärmt sie besonders. Die Vorsitzende sagt: „Auf die Arbeitsgemeinschaft der Vereine bin ich sehr stolz." Konkret: „Allein die Feuerwehr ist doch prima. Die Jungs sind große Klasse und helfen tatkräftig. Immer." Und da gebe es auch noch die Schützen: „Die organisieren mit dem Schützenfest das einzige richtige Gemeindefest." Und die Sängergemeinschaft. „Super, was die schon auf die Beine gestellt haben." Gleiches gelte für das „Kleine Lied" und die Teen Stones. „Unser Nachwuchs. Ganz wichtig beim Nikolausmarkt." Dort seien zudem die Kinder aus dem Kindergarten und der Grundschule mit eingebunden. „Ein Riesen-Potenzial." Schließlich sei die Grundschule immerhin noch zweizügig. „Das ist doch ein Zeichen dafür, dass hier etwas los ist." Gerade Kinder seien es, die den Ortsteil leben ließen. Und wenn die dann älter würden und sich nicht mehr so für die Gemeinschaft interessierten, sei das auch in Ordnung. „Die gründen dann irgendwann eine Familie, kommen zurück, bauen ein Haus. Und deren Kindern sorgen hier dann wieder für Leben." Auch Neu-Westerengeraner seien willkommen. Sie würden die Identität stärken. „Denn Westerenger ist auf keinen Fall eine Schlafstadt von Bielefeld. Wir haben hier auch eine Menge Gewerbebetriebe zu bieten." Und viel Gegend. Rosemarie Oberschelp hat immer einen Hund, und bis vor drei Jahren ein Reitpferd gehabt. Wo Tiere, Menschen in Vereinen und Gewerbe nebeneinander existieren, da kann es ja nur wunderschön sein.

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