Feuertrick: Mit Feuerzeug und Charme lässt Leopold Altenburg (links) die Flamme erscheinen und verschwinden. Thorsten Waldowski wurde später erfolgreich ge- und entfesselt. Foto: Viktoria Schmeding - © emailgateway
Feuertrick: Mit Feuerzeug und Charme lässt Leopold Altenburg (links) die Flamme erscheinen und verschwinden. Thorsten Waldowski wurde später erfolgreich ge- und entfesselt. Foto: Viktoria Schmeding | © emailgateway

Enger Ein letzter Wiener Schmäh auf der Kulturdeele Dreyen

Die „Final Show“ von Leopold und Waldowski begeistert die Besucher. Duo geht nach 18 gemeinsamen Bühnenjahren künftig getrennte Wege

Viktoria Schmeding

Enger. Stimmungsvolle Lieder zum Mitsingen, herzerfrischende Gedichte, kuriose „Zaubertricks" und eine geniale Mischung aus westfälischem und Wiener Humor begeisterten einmal wieder die Gäste der Kulturdeele in Dreyen. Das Künstler-Duo „Leopold und Waldowski" verabschiedete sich auf diese Weise vom ostwestfälischen Publikum. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir heute einen Prinzen, den Ur-Ur-Enkel von Sissi und Franz Joseph, zu Gast haben", betonte Organisatorin Wera Kiesewalter von der Kulturdeele einleitend. „ Zudem hat sich das heutige Duo gewünscht, seinen letzten gemeinsamen Auftritt bei uns in der Kulturdeele abzuhalten, das ist eine große Ehre." Der Wiener, groß und in einem kaputten Frack mit Zylinder, und der Ostwestfale mit Brille, Weste und Gitarre – so startete das Duo „Leopold und Waldowski" mit Leopold Altenburg und Thorsten Waldowski singend in den humoristischen Abend. »Die Atmosphäre hier ist großartig« Seit 18 Jahren stehen die Beiden gemeinsam auf der Bühne und hatten für die Kulturdeele bei Holger Grabbe und Wera Kiesewalter ein Best-of aus ihren vier verschiedenen Programmen mitgebracht. „Ich bin zum zweiten Mal in der Kulturdeele und total begeistert. Die Atmosphäre ist großartig und ich freue mich auf einen schönen Abend mit Wiener Schmäh", sagte Gabi Wilke-Skeige. In ihren Liedern besang das Duo die Frau mit 28, die erst mit diesem Alter ideal sei. Zudem erzählten sie ihrem Publikum von den Ländern und Städten, in denen sie bereits unterwegs waren. Waldowski sprach beispielsweise von Kanada: „Er fuhr so gern nach Kanada, weil Bäume fällen kann-er-da." „Aber am schönsten ist es doch zu Hause – besonders hier in Bielefeld", hob Altenburg hervor. „Waldowskis Anfangszeit in Bielefeld war nicht leicht, das wird er euch nun besingen", witzelte Altenburg und der Kollege legte los. »Eine Frau aus Milse – ich nannte sie Ilse« „Ich stand mit traurigem Gemüt in Babenhausen-Süd. Streift mich sanft ein Frauenknie, ich drehte mich um und da stand sie. Eine Frau aus Milse und ich nannte sie Ilse", erinnerte sich Waldowski an seine erste Liebe in Bielefeld. Diese Liebe hielt jedoch nicht lange an, drum traf er später Brigitte – aus Bielefeld Mitte. Kleine Feuer- und Fesselungstricks erheiterten das Publikum ebenso wie die weiteren Reime, die im Programmteil „Gedichte, die weh tun", folgten. Zu spät kommende Gäste wurden spontan einbezogen. „Jeder von uns hat gerade erzählt, welche Probleme er hat und jetzt seid ihr dran", scherzte Altenburg. „Dabei kennen wir bereits eines eurer Probleme – die Pünktlichkeit." Am Ende war sich das Publikum einig: Schade, dass sich dieses Duo nun trennt. Nach 18 Jahren gemeinsamer Bühnenerfahrung treten Altenburg und Waldowski nicht mehr zusammen auf, da Altenburg Ostwestfalen verlässt und von nun an in Berlin künstlerisch tätig sein wird.

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