In historischen Kostümen: Alexander Moser (v.l.), Hannelore Müller und Wolfgang Müller vom Verein für lebendiges Mittelalter in Nordhausen stellten anlässlich der Ausstellungseröffnung Otto I., Königin Mathilde und Heinrich I. dar. - © STEFANIE BOSS
In historischen Kostümen: Alexander Moser (v.l.), Hannelore Müller und Wolfgang Müller vom Verein für lebendiges Mittelalter in Nordhausen stellten anlässlich der Ausstellungseröffnung Otto I., Königin Mathilde und Heinrich I. dar. | © STEFANIE BOSS

Enger Der Königin ganz nah

Gerbereimuseum: Im Anschluss an die offizielle Eröffnung der Mathilden-Ausstellung gab es für die Besucher noch eine Überraschung

Stefanie Boss

Enger. „Sie verdient es, dass wir uns rühmend an sie erinnern, denn sie war eine der außergewöhnlichsten Frauen des frühen Mittelalters", sagte Prof. Gerd Althoff über Königin Mathilde. Der Historiker aus Münster hielt die Einführung zur Ausstellungseröffnung „Königin Mathilde – Leidenschaft für fromme Werke" in der Galerie des Gerbereimuseums anlässlich ihres 1050. Todestages in diesem Jahr. Nach den offiziellen Worten wartete dann noch eine Überraschung auf die Besucher. Gemeinschaftsprojekt Die Ausstellung sei ein Gemeinschaftsprojekt des Gerberei- und des Widukindmuseums, erklärte Günter Richter vom Vorstand des Vereins Gerbereimuseum. Richter hat die Ausstellung mit konzipiert. „Der Einfall, anlässlich des Todestages Mathildes etwas auf die Beine zu stellen, stammt von Christoph Ogawa-Müller, Vorsitzender des Kultur- und Verkehrsvereins", sagte Günter Richter. Er selbst habe dann die Idee zu der Ausstellung gehabt, Regine Krull, Leiterin des Widukind-Museums, den Kontakt zu Gerd Althoff hergestellt. Die Ausstellung besteht aus zahlreichen Tafeln mit Texten und Abbildungen zum Leben und Wirken Mathildes und besteht aus zwei Teilen, „die sich gut ergänzen", so Althoff. Für den ersten Teil ist er mit zwei seiner Masterstudenten an der Uni Münster, Janna Stupperich und Lukas Boch verantwortlich. „Er befasst sich mit der Darstellung Mathildes anhand zeitgenössischer Zeugnisse." In einem sich anschließenden Vortrag am Nachmittag brachte er den Engeranern das Wirken Königin Mathilde noch detaillierter näher – nicht so sehr das Leben als Gemahlin von König Heinrich I., sondern ihre Leistung Gründerin von Stiften. "Große Bedeutung für Enger" Der zweite Teil der Ausstellung von Günter Richter dreht sich um das Nachleben und die Verehrung der Urururenkelin von Widukind. „Sie hat eine große Bedeutung für Enger", betonte das Vorstandsmitglied des Vereins Gerbereimuseum. „Ohne sie wüsste in unserer Stadt niemand etwas von Widukind." Man könne davon ausgehen, dass nur durch die Stiftherren des von ihr gegründeten Stifts in Enger das Gedenken an Widukind über die Jahrhunderte erhalten geblieben ist. Ensemble aus Kalletal Auch Bürgermeister Thomas Meyer und Karsten Glied, Vorsitzender des Vereins Gerbereimuseum, sprachen Grußworte an die Besucher der Ausstellungseröffnung. Für die musikalische Untermalung sorgten Thomas Triebke sowie Anke, Hannah und Elisa Tautenhahn vom Ensemble „musici vagabundi" aus Kalletal. In historischen Kostümen Anschließend betraten Hannelore Müller, Wolfgang Müller und Alexander Moser in historischen Kostümen den Saal. „Ich freue mich, nach so langer Zeit mal wieder in meiner Geburtsstadt zu sein und über das große Interesse an allem, was ich getan habe", sagte Hannelore Müller als Königin Mathilde. Begleitet wurde sie von Wolfgang Müller als Heinrich I. und Alexander Moser als Otto I. Die drei sind Mitglieder des Vereins für lebendiges Mittelalter in Nordhausen, wo Königin Mathilde ebenfalls gewirkt hat.

realisiert durch evolver group