Enger Auf kulinarischer Entdeckungsreise

Landfrauen Enger-Herford: Flüchtlinge kochen nach Rezepten aus ihren Heimatländern. Persische Nudelsuppe und Kartoffelsalat schmecken allen Teilnehmern

Stefanie Boss

Enger. Ein würziger, fremdartiger Geruch liegt in der Luft in der Küche der Realschule Enger und lebhafte Gespräche dringen auf den Flur hinaus heraus. Rund 20 Frauen und auch ein paar Männer stehen in den Kochkojen und zaubern gemeinsam leckere Gerichte, die vor allem für die Landfrauen Enger-Herford neu sind: Zu ihrem Kochclub am Montagabend hatten sie Flüchtlinge eingeladen und sie gebeten, landestypische Rezepte mitzubringen. „Wir Landfrauen unterhalten eine Kooperation mit der Willkommens-Initiative Enger. Wir sind deshalb immer bemüht, Kontakt zu Flüchtlingsfamilien zu halten", sagt Karin Fleer von den Landfrauen. „Daraus ist die Idee entstanden, einen arabischen Kochabend zu veranstalten. Die ist auch sehr gut angekommen, alle haben sofort zugesagt." Mehrere Flüchtlinge hatte Karin Fleer eingeladen, die den Landfrauen Rezepte aus ihrer Heimat näherbrachten: Fadi Nassaij aus Syrien ist sogar ein Profikoch. Er bereitete Shawarma, eine Art syrischen Döner, zu sowie das syrische Frühstück Fatteh, Falafeln und Mschabak, syrische Spritzkuchen. Kleine sprachliche Schwierigkeiten konnte er dabei gut mit Hilfe seiner Tochter Sedra überwinden, die ihm als Dolmetscherin zur Seite stand. In der benachbarten Kochkoje bereiteten Hajar Shams und Tayebeh Ghanbari aus dem Iran Dolme, iranisch gefüllte Weinblätter, zu sowie Auch persische Nudelsuppe und – Kartoffelsalat. „Es macht uns sehr viel Spaß, hier mit den Landfrauen gemeinsam zu kochen", betonte Hajar Shams. Shaknoza Ayupova aus Usbekistan rollte auf der Arbeitsplatte einen Teig aus, der später mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt wurd. Chuckvarak, eine Suppe mit gefüllten Teigtaschen, und Somsa, gebackene Teigtaschen aus Zentralasien sollte es später geben. Arabische Süßspeisen und afrikanisches Hühnerfrikassee Und Amani Almustafa, ebenfalls aus Syrien, behielt neben der Kochplatte, wo ihr afrikanisches Hühnerfrikassee köchelte, auch den Ofen im Auge. Dort wurde das Baklava, eine arabische Süßspeise, gebacken, die sie dann gemeinsam mit Martina Schultz von den Landfrauen aus dem Backrohr zog. Nicht nur die Flüchtlinge hatten große Freude an dem Kochabend, sondern auch die Landfrauen. „Alle sind begeistert", verriet Karin Fleer. „Wir haben sogar noch neue Zutaten kennenlernen dürfen, wie Molokhia, das dem Spinat ähnlich ist." Im Anschluss an das gemeinsame Kochen wurden die Gerichte natürlich auch zusammen verzehrt.

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