Leergeräumt: In dieser Nische am Artenschutzturm an der Pievitstraße standen eigentliche etliche „Insektenhotels“. Unbekannte rissen die Kästen jetzt aus der Verankerung. Günther Bergermann ist richtig sauer. - © Martina Chudzicki
Leergeräumt: In dieser Nische am Artenschutzturm an der Pievitstraße standen eigentliche etliche „Insektenhotels“. Unbekannte rissen die Kästen jetzt aus der Verankerung. Günther Bergermann ist richtig sauer. | © Martina Chudzicki

Enger Insektenhotels am Trafoturm zerstört

Artenschutzturm an der Pievitstraße: Unbekannte vernichten hilfreichen Unterschlupf und machen viele Stunden Arbeit zunichte. Günther Bergermann hat anzeige bei der Polizei erstattet

Martina Chudzicki

Enger. Drei Jahre lang haben Mitglieder des Heimatvereins Enger daran gearbeitet, den alten Trafoturm an der Pievitstraße/Ecke Kesselstraße in einen Artenschutzturm umzuwandeln. Wohl nur wenige Augenblicke dürfte es gedauert haben, bis unbekannte Vandalen die Insekten-Wohnanlage, die in einer Nische im äußeren Mauerwerk des viereckigen Turms installiert worden war, herauszureißen und zu zerstören. Heimatfreund Günther Bergermann entdeckte den Schaden am Freitag, als er ein paar Nistkästen, die im Turm gelagert waren, holen wollte, um sie in der Maiwiese aufzuhängen. Bergermann ist "sauer" Und das Vorstandsmitglied des Heimatvereins ist so richtig sauer, denn hier, so sagt er, habe jemand aus reiner Lust an der Zerstörung gehandelt. Die in mühevoller Handarbeit von den Heimatfreunden selbst gebauten „Insektenhotels" aus Holz, gefüllt mit zahlreichen zurechtgeschnittenen Ästen, in deren Hohlräumen auch jetzt Larven überwintern, liegen zerstört neben dem Trafoturm. Bergen kann er die Kästen derzeit nicht, denn aufgrund der Witterung sind sie in einer Pfütze festgefroren. 150 Euro Schaden nachrangig Der materielle Schaden, so sagt Bergermann, halte sich mit vielleicht 150 Euro in Grenzen. Trotzdem hat er bei der Polizei Anzeige erstattet, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der oder die Täter gefasst werden, wohl eher gering ist. Aber irgendwo musste der Ärger darüber, dass jemand völlig sinnlos auch so viele Stunden ehrenamtlichen Einsatzes einfach vernichtet, ein Ventil finden. Der Artenschutzturm an der Pievitstraße ist ein Wohnquartier für viele Tiere. In den zahlreichen unterschiedlichen Nistkästen am Turm können Schwalben, Mauersegler, Eulen, Turmfalken oder auch Fledermäuse brüten. Die Nische an der Außenwand war mit unterschiedlichsten Insektenhotels bestückt, die fest in der Rückwand verdübelt waren und zum Beispiel auch der gefährdeten Hornisse Unterschlupf bieten sollten. Gleichzeitig sollte die Insekten-Wohnanlage Interessierten Anregungen und Informationen für den Nachbau im eigenen Garten bieten.

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