Symbolbild: Wolfgang Rudolf - © Wolfgang Rudolf
Symbolbild: Wolfgang Rudolf | © Wolfgang Rudolf

Enger Wenn das DNA-Gutachten
nicht ausreicht

Amtsgericht: 30-jähriger Engeraner soll in einer Wohnung Schmuck im Wert von 34.000 Euro geklaut haben

Meiko Haselhorst

Enger/Bünde. Dass ein DNA-Gutachten nicht immer als Beweis ausreicht, um einen mutmaßlichen Täter zu überführen, das erfuhren die Anwesenden gestern in Saal 1 im Bünder Amtsgericht. Angeklagt war ein 30-Jähriger aus Enger, der Ende 2016 in ein Bünder Einfamilienhaus an der Raffaelstraße eingestiegen sein und dort Schmuck im Wert von knapp 34.000 Euro gestohlen haben soll. Ein Schock sei es für ihn und seine Frau gewesen, berichtete der betroffene Bewohner, der als Zeuge geladen war. Just an jenem Tag sei er Großvater geworden. Als er mit seiner Frau von der „Pillerparty“ zurückgekommen sei, hätten beide mit Entsetzen festgestellt: „Die Haustür steht offen und alle Schränke sind durchwühlt.“ Sie holten die Polizei und gewahrten in den darauf folgenden Tagen nach und nach, wie viel Schmuck und Münzen in der Wohnung fehlten. Der materielle Schaden sei nur das Eine. Bis heute, so der 63-Jährig, litten er und seine Frau auch seelisch unter den Vorkommnissen. „Ich beäuge jeden Spaziergänger skeptisch – man kommt einfach nicht mehr zur Ruhe“, sagte der Bünder im Zeugenstand. Das würde noch dadurch verstärkt, dass es in der Nachbarschaft ähnliche Vorfälle gegeben habe. Der Angeklagte wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Dass auf einem Lichtschalter in der Wohnung seine DNA-Spuren gefunden wurden, ließ sein Verteidiger nicht als Beweis gelten. Er hielt es vielmehr für „nicht ausgeschlossen, dass der wirkliche Täter Handschuhe trug und mit diesen irgendwo die Fingerabdrücke meines Mandanten aufgenommen und dann am Tatort hinterlassen hat“. Richterin und Staatsanwältin hielten diese Theorie für „höchst spekulativ“, setzten die Verhandlung aber trotzdem aus, um das DNA-Gutachten nochmals genauer zu überprüfen. Die Fortsetzung der Verhandlung folgt am 7. März,14 Uhr. Den zweiten Vorwurf wollen sich die Juristen dann ebenfalls vornehmen. Der Angeklagte soll im Herbst 2016 in Rödinghausen – auf seinem eigenen Geburtstag – auch versucht haben, die Räder eines BMW zu stehlen.

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