Ein Einbrecher sucht – in dieser gestellten Szene – das Weite. Im Dezember und Januar liegen die Einbruchszahlen deutlich über dem Jahresdurchschnitt. - © www.nicht-bei-mir.de
Ein Einbrecher sucht – in dieser gestellten Szene – das Weite. Im Dezember und Januar liegen die Einbruchszahlen deutlich über dem Jahresdurchschnitt. | © www.nicht-bei-mir.de

Kreis Herford 30 Prozent weniger Einbrüche im Kreis Herford

Im vergangenen Jahr sind die Wohnungseinbrüche um mehr als 160 Taten zurückgegangen. Einbrecher bevorzugen Januar und Dezember

Stefan Boscher

Kreis Herford. Die Zahlen sind gut wie seit sechs Jahren nicht mehr: Insgesamt 396 Einbrüche in Häuser oder Wohnungen registrierte die Polizei im vergangenen Jahr im gesamten Kreis Herford. 2016 waren es noch 562 Taten – ein Rückgang um rund 30 Prozent. Das geht aus Zahlen der Kreispolizeibehörde hervor, die der Neuen Westfälischen vorliegen. Offiziell kommentieren wollte ein Sprecher der Behörde die Werte nicht. Traditionell gibt die Polizei einen Überblick über alle Delikte auf einer Pressekonferenz, die am 7. März stattfinden soll. Ein Thema werden dabei auch die Einbruchszahlen sein. Rückblick 2016 wurden der Polizei so viele Einbrüche im Kreis Herford wie noch nie zuvor gemeldet. Der Schwerpunkt der Einbrüche lag damals mit rund 51 Prozent im Stadtgebiet Herford, gefolgt von den Städten Bünde und Löhne mit jeweils elf Prozent der Taten. Seit einigen Jahren legt die Kreispolizeibehörde einen Schwerpunkt in die Prävention und die Aufklärung der Menschen im Kreis Herford, wenn es um das Thema Einbrüche geht. Wer möchte, kann sich kostenlos von den Ermittlern beraten lassen, wo es Schwachstellen an der eigenen Wohnung oder am eigenen Haus gibt. Die intensive Arbeit der Polizei scheint nun Früchte zu tragen. Gefährliche Monate Bei der detaillierten Betrachtung der Fallzahlen in den einzelnen Monaten wird deutlich, dass Einbrecher offenbar die Monate Dezember und Januar für ihre Taten bevorzugen. Während es über das Jahr verteilt pro Monat meist zwischen 20 und 40 Einbrüche sind, stechen der Januar mit 54 Taten und der Dezember mit sogar 64 Taten deutlich hervor. Es ist also nicht die gesamte so genannte dunkle Jahreszeit, die wie oft vermutet, von Einbrechern gern genutzt wird, sondern lediglich die beiden Monate Januar und Dezember. Zum Vergleich: Im Oktober und November 2017 waren es jeweils 21 Taten, im Februar 27. Die wenigsten Einbrüche wurde übrigens im Juli 2017 registriert mit lediglich 18 Einbrüchen im gesamten Kreisgebiet. Gefährliche Stunden Was zudem deutlich wird: Die meisten Einbrüche passieren während der Abend und Nachtstunden. Rund 64 Prozent aller Taten passieren der Statistik zufolge im Zeitraum von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Bei lediglich 36 Prozent handelt es sich um sogenannte Tageswohnungseinbrüche. Hier nutzen die Täter, die zumeist unerkannt flüchten können, die offensichtliche Abwesenheit der Bewohner, um zuzuschlagen. Aufklärung Ist ein Einbruch erst einmal passiert, ist es für die Ermittler oft schwer, die Täter zu ermitteln. Entweder werden keine oder kaum verwertbare Spuren hinterlassen – oder es handelt sich um Diebesbanden, die in einer Stadt mehrmals kurz hintereinander zuschlagen und dann schleunigst weiterziehen. Vor allem wenn Teile der gemachten Beute – beispielsweise auffällige Schmuckstücke – später wieder auftauchen sollte, können sich Ermittlungsansätze ergeben. Entsprechend gering ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen. Bei lediglich 10,9 Prozent lag sie 2016 – doch auch hier gelang der Polizei im vergangenen Jahr eine Verbesserung: Die offizielle Aufklärungsquote wird für 2017 mit 11,7 Prozent angegeben.

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