Umfangreiche Liste: Sandra Werner hakt ab, was an Aufgaben schon erledigt ist, während im Hintergrund einige Geflüchtete Deutsch büffeln. Archiv-Foto: Martina Chudzicki
Umfangreiche Liste: Sandra Werner hakt ab, was an Aufgaben schon erledigt ist, während im Hintergrund einige Geflüchtete Deutsch büffeln. Archiv-Foto: Martina Chudzicki

Enger „Engeraner haben großes Lob verdient“

Haus der Kulturen: Die Integrationskoordinatorin Sandra Werner berichtet dem Stadtrat über ihre Arbeit und zieht Jahresbilanz

Ekkehard Wind

Die Tür im Haus der Kulturen steht eigentlich immer offen. Hier finden nicht nur Sprachkurse, kreative Angebote und Sprechzeiten für Geflüchtete statt. Das Haus hat auch Angebote entwickelt, das Brücken baut zwischen Engeranern und hier neu lebenden Geflüchteten. Die Integrationskoordinatorin Sandra Werner zog jetzt vor dem Engeraner Stadtrat nach einem Jahr eine erste Bilanz.  "Viel Herzblut in die Arbeit gesteckt" Und sie bekam für ihre Arbeit von den Sprechern aller politischen Fraktionen große Anerkennung. „Man merkt, wie viel Herzblut sie in ihre Arbeit stecken", sagte Klaus-Hermann Bunte von den Grünen. In seinen Dank bezog Bunte ausdrücklich die ehrenamtlichen Helfer der Initiative „Willkommen" ein. Es sei eine große Erfolgsgeschichte, Geflüchtete in einer Kleinstadt wie Enger so einzubinden. „Lob hat auch die Engeraner Bevölkerung insgesamt verdient", betonte der Politiker der Grünen. Er höre wenig von Problemen. „Enger hat eine gute Willkommenskultur entwickelt. Diese Stimmung ist in der Stadt zu spüren." Blick in die Zukunft „Wir wollen den Menschen, die zu uns kommen, gute Angebote machen", unterstrich Bürgermeister Thomas Meyer. Mit der großen Unterstützung der ehrenamtlichen Gruppe sei dies 2017 gelungen. Gemeinsam überlegen müssten Politik und Verwaltung, wie die Arbeit im Haus der Kulturen 2019 weitergeführt werden solle, „wenn wir möglicherweise andere personelle Voraussetzungen haben". Denn Integration höre nicht auf, wenn weniger Menschen nach Enger kämen. Es müsse an vielen Stellen weitergearbeitet und überlegt werden, wie man dies alles auf eine finanzielle Basis stellen könne, sagte der Bürgermeister. Positive Grundstimmung Die Grundstimmung unter den Geflüchteten bezeichnete Sandra Werner als positiv. Die Situation „einer Kleinstadt mit familiärem Charakter" wirke sich förderlich auf die Integration der Menschen aus. Zuvor hatte die Expertin Politikerinnen und Politikern einen Überblick gegeben, was das Haus der Kulturen im ersten Jahr alles angeboten hat. Die Einrichtung ist Anlauf- und Beratungsstelle für Geflüchtete, die jetzt in Enger leben. Gleichzeitig wird hier auch die Arbeit der ehrenamtlichen Kräfte koordiniert. „Wir sind aber auch Anlaufstelle für einheimische Bürger. Hier können mögliche Problemfälle präventiv angegangen werden, damit nicht etwas hoch kocht", sagte die Integrationskoordinatorin. Sprachkurse und Hausaufgabenhilfe für Kinder Deutsch-Sprachkurse werden von der Gruppe „Willkommen" angeboten. „15 Teilnehmer pro Kurs ist die Obergrenze, damit wir die Qualität halten können", erklärte Werner. Kurse zur Alltagskommunikation, Bewerbungstraining, Arbeitsmarktberatung, ein Gesprächskreis für Frauen und einiges mehr gehörten 2017 zum Programm. Angeboten wird auch eine Hausaufgabenhilfe für Flüchtlingskinder. „Ältere Engeraner, aber auch Schüler des Widukind-Gymnasiums engagieren sich hier." „Sie leisten eine couragierte Arbeit" Wichtig sind Sandra Werner auch die niederschwelligen Angebote: „Ziel ist es, Brücken zwischen Geflüchteten und Engeranern zu bauen." Gut funktioniere dies beispielsweise beim gemeinsamen Nähkurs oder im Austauschcafé. In ungezwungener Atmosphäre haben hier die Geflüchteten die Chance, ihren Wortschatz zu erweitern. Umgekehrt haben die deutschen Gäste die Gelegenheit, sich über die Situation der Geflüchteten oder auch über fremde Kulturen zu informieren. Das Gewinnen neuer Ehrenamtlicher, die Verzahnung der Angebote von Wohlfahrtsorganisationen und ehrenamtlicher Arbeit sowie die Entwicklung eines städtischen Integrationskonzeptes sieht Werner als wichtige strategische Aufgaben an. Dem Dank an Sandra Werner und an die ehrenamtlichen Kräfte schlossen sich die Fraktionsvorsitzenden Berthold Dessin (FDP), Ann Christin Klute (SPD) und Frank Jaksties (CDU) an. „Sie leisten eine couragierte Arbeit für Menschen, die aus ihren Ländern fliehen mussten", betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende. „Machen Sie weiter so."

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