Mitreißender Auftritt: Stefan Lex (v.l.), Christiane Linke, Isabell Bach und Naomi Binder zeigten ihr musikalisches Können und rissen das Publikum mit schwungvoller Musik und guter Laune mit. - © Jeannine Gehle
Mitreißender Auftritt: Stefan Lex (v.l.), Christiane Linke, Isabell Bach und Naomi Binder zeigten ihr musikalisches Können und rissen das Publikum mit schwungvoller Musik und guter Laune mit. | © Jeannine Gehle

Enger Leichte Muse im Curzweyl Cabinett

Das Team des Widukind Museums Enger bewies erneut ein feines Händchen bei der Programmauswahl. Musikalisches Potpourri aus der Welt von Operette, Oper und Musical

Jeannine Gehle

Enger. Einfach einmal den Alltag hinter sich lassen und sich nur dem Moment und der Musik hingeben: Wer am Freitagabend mit diesem Wunsch zum Curzweyl Cabinett ins Widukindmuseum kam, wurde nicht enttäuscht. Unter dem Titel „Heut ist der schönste Tag" entführten Sopranistin Christiane Linke, Tenor Stefan Lex, Naomi Binder an der Violine und Isabell Bach an der Klarinette ihre Zuhörer unter Leitung von Witolf Werner am Klavier in die wunderbare, herzerwärmende Welt der Operette. Leichte Muse als Seelenpflaster „Die leichte Muse diente schon früher den Menschen als Seelenpflaster. Und das gilt auch heute noch", sagte Museumsleiterin Regine Krull. Das Rezept der Musiker stimmte aufs Gramm genau: Eine gut abgestimmte Mischung aus sehnsuchtsvoll-schmachtenden und ausgelassen-fröhlichen Liedern aus Operette, Oper und Musical, fünf virtuose, begeisternde Musiker, kleine Anekdoten zwischen den Liedern und mitreißender Humor rissen die Zuschauer im ausverkauften Dachgeschossraum von der ersten Minute an mit. Gefühlvoll sang Christiane Linke Puccinis „O mio babbino", leidenschaftlich forderten Klarinette und Violine zu Brahms „Ungarischem Tanz Nr. 5" auf und bei Verdis „Libiamo" ließen Linke und Stefan Lex im Duett die Weingläser sprechen. Publikum singt lautstark mit Und auch das Publikum selbst war gefragt. „Sie können auch singen und schunkeln", ermunterte Stefan Lex die ohnehin schon mitwippenden Zuschauer. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen. Lautstark fielen sie bei „Wien bliebt Wien" ein und klatschten ausgelassen mit. Mit ihrer lockeren Art, trockenem Humor und sichtlicher Freude am Musizieren steckten die fünf Musiker das Publikum an und ließen eine ganz besondere Atmosphäre entstehen. „Wir fühlen uns hier schon ganz zu Hause", bemerkte Stefan Lex augenzwinkernd. Stimmgewaltiger Tenor Und auch musikalisch überzeugten sie. Stimmgewaltig ertönte der Tenor von Stefan Lex und schien nicht nur den kleinen Raum im Widukindmuseum, sondern auch größere Säle füllen zu können. Glockenhell setzte der Sopran von Christiane Linke einen passenden Kontrapunkt dazu. Während in manchen Stücken eine der Stimmen die Hauptrolle hatte, ergänzten sie sich in anderen im Duett. Violine und Klarinette untermalten nicht nur die Stimmen von Sängerin und Sänger, sondern glänzten auch in den reinen Instrumentalstücken als Solo oder im Zusammenklang. „Das ist eine Göttin an der Geige", gab Marion Werner ihrer Begeisterung über die Leistung von Naomi Binder Ausdruck. Und auch Isabell Bach zeigte eindrucksvoll, welche Klangvielfalt sie der Klarinette entlocken kann. Applaus will nicht enden Mit nicht enden wollendem Applaus und Jubel holte das Publikum das Ensemble gleich zu zwei Zugaben zurück auf die Bühne. „Das Konzert war ein Erlebnis. Und auch das ganze Rundherum war wunderbar und stimmig", lobte Marion Werner nicht nur die Künstler, sondern auch das Team vom Widukindmuseum. Auch Dieter Jochim war begeistert von dem Konzert: „Der Sänger und die Sängerin waren top und die Akustik toll. Die haben ein feines Händchen bei der Auswahl."

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