Der Treffpunkt ist für alle offen: Integrationskoordinatorin Sandra Werner (l.) und Regina Schlüter-Ruff von der Initiative Willkommen vor dem „Haus der Kulturen" an der Brandstraße. - © Karin Wessler
Der Treffpunkt ist für alle offen: Integrationskoordinatorin Sandra Werner (l.) und Regina Schlüter-Ruff von der Initiative Willkommen vor dem „Haus der Kulturen" an der Brandstraße. | © Karin Wessler

Enger Engeraner „Haus der Kulturen“ mit Leben gefüllt

Offener Treffpunkt an der Brandstraße: Die regelmäßigen Angebote und die besonderen Projekte werden gut angenommen. Viele Bürger zeigen sich solidarisch

Karin Wessler

Enger. Vor einem Jahr hat das Haus der Kulturen seine Pforten geöffnet. „Damals haben wir bei Null angefangen, und mittlerweile haben wir viele gute Angebote für Geflüchtete und Bürger aus Enger", sagt Integrationskoordinatorin Sandra Werner. „Das Haus ist mit Leben gefüllt", freut sie sich. „Es ist ein Haus der Vielfalt." Hier finden seither nicht nur Sprachkurse, kreative Angebote, Sprechzeiten der Integrationskoordinatorin und Beratungen statt. Regelmäßig gibt es hier auch das Austauschcafé oder „Musik & Bewegung" für Kinder. „Ehrenamtliche, Interessierte und Bürger finden hier jederzeit Ansprechpartner und Raum für Austausch und Engagement", stellt Sandra Werner heraus. „Hier werden Brücken gebaut, Freundschaften gefördert und gemeinsame Freizeitaktivitäten auf die Beine gestellt." Die Zusammenarbeit funkioniert gut „Die Zusammenarbeit hat von Anfang an gut funktioniert", betont Regina Schlüter-Ruff von der Initiative Willkommen. Gern erinnert sie sich noch an die Worte von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl bei der Einweihung vor zwölf Monaten. „Sie nannte dieses Haus ein ,Leuchtturmprojekt’, so etwas gab es bis dahin noch nicht. Mittlerweile hat das Haus der Kulturen Vorbildcharakter", weiß Schlüter-Ruff. „Ich berichte auch in anderen Städten von meiner Arbeit, viele sind interessiert", unterstreicht Sandra Werner. „Es ist ein dynamisches Arbeiten hier, und die Kooperation mit der Initiative Willkommen hat von Anfang an gut geklappt", berichtet sie. „Unsere Initiative hat ja Deutschkurse angeboten, hat Flüchtlinge bei Behördengängen oder Arztbesuchen begleitet oder auch Kinder betreut, was besonders für Frauen wichtig war, die am Deutschkursus teilnehmen konnten, wenn jemand für das Kind da war", berichtet Schlüter-Ruff. „Es haben sich schnell Patenschaften zu Geflüchteten entwickelt." Hausaufgabenhilfe gut angenommen Gut angenommen wird derzeit die Hausaufgabenhilfe immer montags und donnerstags ab 16 Uhr. „Da kommen dann Grundschüler oder aber Kollegschüler", berichtet Werner. An weiterführenden Schulen gebe es spezielle Förderangebote. Derzeit kommen Kinder von Geflüchteten in die Hausaufgabenhilfe. „Aber wir möchten dieses Angebot für alle – also auch für Engeraner – öffnen", betont Sandra Werner. Voll werde der Raum an Mittwochnachmittagen in ungeraden Kalenderwochen. „Dann beginnt um 15.30 Uhr das Austauschcafé. Es ist ein lockeres Zusammentreffen. Dann schauen viele Bürger vorbei, um bei Kaffee und Kuchen Kontakte zu Geflüchteten aufzunehmen." Auch die Angebote „Musik & Bewegung" oder „Workshop Gitarre" finden gute Resonanz. Neben regelmäßigen Angeboten gibt es Projekte. „Etwa das dreimonatige Theaterprojekt. Es wurde von Spendengeldern der Initiative Willkommen finanziert", erklärt Sandra Werner. Spannende Projekte Auch der Fahrradkursus für Frauen fand große Resonanz ebenso wie das Frauenschwimmen im Gartenhallenbad. Der Interkulturelle Brunch wurde sehr gut angenommen. Weitere spannende Projekte seien in Vorbereitung, kündigt Sandra Werner an. Mit Begeisterung machten Kinder beim „Raum-Erkunden"-Projekt mit. „Dabei mussten die Mädchen und Jungen bestimmte Aufgaben erfüllen und dabei Vokabeln lernen." Auch der Abend „Leichte Spiele" im Café Solero sei bei Geflüchteten gut angekommen. „Wir haben viel geschafft in einem Jahr", zieht die Integrationskoordinatorin Bilanz. Froh ist sie, dass sie bei ihrer Arbeit von einem Bufdi oder auch von Praktikanten unterstützt werde. „Wir haben für die Zukunft den Wunsch, dass die Engeraner Bürger das Haus der Kulturen noch mehr als eine Anlaufstelle sehen, sich hier Fragen beantworten lassen und mögliche Probleme ansprechen. Sie können aber auch verstärkt ehrenamtlich tätig werden." Bemerkenswerter Einsatz Der persönliche Einsatz von ehrenamtlich Tätigen sei in Enger in den letzten Jahren „bemerkenswert" gewesen. „Viele haben großes Engagement gezeigt, und ich bin dankbar für die große Solidarität in der Bevölkerung", sagt Sandra Werner. Es gebe auch oft Spenden – Sachspenden ebenso wie Geld. Einig sind sich Sandra Werner und Regina Schlüter-Ruff auch darin: „Es war eine gute Entscheidung der Stadt Enger, das Haus der Kulturen hier zu etablieren. Alle Angebote sind an einer Stelle zusammengeführt. Es fördert die kulturelle Vielfalt, und die Ehrenamtlichen haben hier eine offene Anlaufstelle – mit einer Koordinatorin im Hintergrund, die bei Bedarf Hilfestellung geben kann."

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