Blues im Blut: Bad Temper Joe (l.) tauchte in die Klänge seiner Musik ab und begeisterte das Publikum mit seiner rauchigen Stimme und gefühlvollem Gitarrenspiel. Marcel Rahe (r.) begleitete ihn mit seiner Mundharmonika. - © Jeannine Gehle
Blues im Blut: Bad Temper Joe (l.) tauchte in die Klänge seiner Musik ab und begeisterte das Publikum mit seiner rauchigen Stimme und gefühlvollem Gitarrenspiel. Marcel Rahe (r.) begleitete ihn mit seiner Mundharmonika. | © Jeannine Gehle

Enger Blues-Time im Neuen Forum

Lieder aus dem Leben: Melanca und Bad Temper Joe heizen den Zuhörern ordentlich ein. Leidenschaft und Spaß an der Musik in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre

Jeannine Gehle

Enger. Eine intensive, rauchige Stimme, die in den Ohren und im Kopf nachklingt und gefühlvolles Gitarrenspiel: Bad Temper Joe ließ sein Publikum zusammen mit dem Mundharmonikaspieler Marcel Rahe den Alltag vergessen und tief in die Welt des Blues eintauchen. Bei dem Konzert in Wohnzimmeratmosphäre im Neuen Forum stand mit Melanca außerdem eine Engeraner Band auf der Bühne, die ihre Zuhörer mit Folkrock und neuer Besetzung begeisterte. „Ich habe noch nie so viele Leute hier erlebt", sagte Caro Tiemann von Melanca beeindruckt. Nicht nur der kleine Konzertraum selbst war bis in die letzte Ecke hinein gefüllt. Den ganzen Flur entlang drängten sich die Besucher, um Bad Temper Joe und Melanca live zu erleben. Rockige und ruhige Folkrocksongs  Melanca machte den Anfang und lieferte mit rockigen und ruhigen Folkrocksongs ein Aufwärmprogramm, das die Zuhörer von den Stühlen riss. Dabei wirkten die drei Musiker so eingespielt, dass es kaum zu glauben war, dass sie in dieser Formation zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne standen. „Wir spielen erst seit sechs Wochen so zusammen", verriet Eckardt Koch. Erst da holte Caro Tiemann ihn und Birgit Koch, die schon ein paarmal als Gast mit Melanca auf der Bühne stand, in die Band. Die richtige Entscheidung, wie sie zufrieden bemerkte: „Es lief von Anfang an so gut, dass wir direkt drin waren. Und den Leuten gefällt es scheinbar auch." Dass die drei schon jetzt ein eingespieltes Team sind, zeigt auch, dass sie die Stücke nicht nur „runterspielen", sondern immer wieder spontan variieren. „Die einzelnen Stücke entwickeln sich immer wieder neu", sagte Birgit Koch, die wie ihre Bandkollegen mit Leidenschaft und sichtlichem Spaß an der Sache dabei ist. Lieder direkt aus dem Leben Nach einer kurzen Pause betrat Bad Temper Joe die Bühne und nahm das Publikum sofort für sich ein. In unnachahmlicher Art tauchte er in die Welt des Blues ein und riss sein Publikum mit. Die raue, intensive Stimme des Sängers, sein gefühlvolles Gitarrenspiel und die eindrucksvolle, leidenschaftliche Mundharmonikabegleitung seines Bandkollegen Marcel Rahe erfüllten den Raum und die Ohren. Mal leise und hauchend, mal laut und voller Energie sang Bad Temper Joe seine Lieder direkt aus dem Leben. Die Entscheidung für die Bluesmusik war für den 25-jährigen Musiker selbstverständlich. Die Musikrichtung habe ihn begleitet, seit er Gitarre spielen gelernt habe, berichtete er. „Das Leben, das in den Songs steckt, findet man nicht in vielen Genres", erklärte er seine Leidenschaft, die bei seinem Auftritt in jeder Sekunde zu spüren war. „Ich bin fasziniert, was er mit seiner Lap-Slide-Gitarre gemacht hat, mit welcher Virtuosität er gespielt hat", sagte eine Zuhörerin begeistert. Und auch der Auftritt von Melanca habe ihr gut gefallen: „Der zweistimmige Gesang war super."

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