Üben schon mal: Liara (v.l.), Leonie, Emilie und Jasmin interviewen probehalber schon einmal den Leiter des Jugendzentrums Bernd Rammler (sitzend). Wolfram Pierenkemper gibt Kamerafrau Ylva professionelle Tipps, Sandra Werner (2.v.l.) schaut zu. - © Martina Chudzicki
Üben schon mal: Liara (v.l.), Leonie, Emilie und Jasmin interviewen probehalber schon einmal den Leiter des Jugendzentrums Bernd Rammler (sitzend). Wolfram Pierenkemper gibt Kamerafrau Ylva professionelle Tipps, Sandra Werner (2.v.l.) schaut zu. | © Martina Chudzicki

Enger Auf dem Weg zum Medienprofi im Zebra

Neues Kursangebot im Ev. Jugendzentrum soll Medienkompetenz Jugendlicher stärken. Auch eigene Filme werden produziert

Martina Chudzicki

Enger. Ohne ihr Handy sind Jugendliche heute kaum noch anzutreffen. I-Phone oder Smartphone sind immer griffbereit – zum Daddeln, Filme gucken, Musik hören, zum Fotografieren, Kurznachrichten posten und manchmal sogar auch noch zum Telefonieren. Trotzdem haben viele jugendliche Nutzer ein Defizit in Sachen Medienkompetenz. Allzu unkritisch werden Beiträge im Netz konsumiert. Zwischen „Fake News" und sachlicher Information zu unterscheiden, fällt vielen Jugendlichen schwer. Ein neues Angebot im Jugendzentrum Zebra soll Kindern und jungen Menschen dabei helfen, die nahezu unerschöpfliche Medienvielfalt auf dem kleinen Bildschirm auch einmal kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig sollen die Kursteilnehmer lernen, ihr Handy „professionell" zu nutzen. Mit Hilfe des Medienprofis Wolfram Pierenkemper lernen die Kursteilnehmer eigene Filme mit dem Handy zu drehen, die später auf der Homepage des Jugendzentrums und auf YouTube veröffentlicht werden sollen. Beiträge kritisch hinterfragen Der Herforder Fachjournalist will den Kids dabei so manchen Trick der Profis verraten und ihnen zeigen, wie man auch mit einfachen Mitteln tolle Effekte erzielen kann. Dabei geht es nicht nur um die Kameraführung, sondern auch um eine gute Tontechnik, den Filmschnitt, die Licht- und die Bildgestaltung. Sowohl Wolfram Pierenkemper als auch der Leiter des Jugendzentrums Bernd Rammler sind sich sicher: „Wer weiß, wie Filme entstehen, wer also einen Blick hinter die Kulissen wirft, kann die vielen Beiträge auf YouTube und anderen Kanälen besser einordnen und kritisch beurteilen." Möglich wird das Angebot, weil das Zebra Fördergelder von Bund und Land erhalten hat. Rund 4.000 Euro stehen für das für die Teilnehmer kostenlose Projekt zur Verfügung. Weil eine Voraussetzung für die Förderung die Einbindung Jugendlicher mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund war, arbeitet das Zebra eng mit dem Haus der Kulturen zusammen. Integrationskoordinatorin Sandra Werner hofft, dass viele junge Flüchtlinge das Angebot wahrnehmen werden. „Gerade bei Flüchtlingen spielt das Handy eine immens wichtige Rolle", sagt sie. Sei es doch oft die einzige Verbindung zu Familie und Freunden im Heimatland. Und sie ist sich sicher, dass das Projekt durch die Perspektivenvielfalt der unterschiedlichen Teilnehmer bereichert wird. Im Filmteam findet jeder sein Ding Wer an dem Kurs, der am 6. November startet, teilnehmen möchte, muss übrigens nicht unbedingt selbst ein Handy besitzen. Wolfram Pierenkemper verspricht: „Ich bringe jede Menge Material und Geräte mit – im Filmteam wird jeder sein Ding und seine Aufgabe finden!" Denn nicht jeder, so weiß der Journalist, stehe gern als Interviewer oder Reporter vor der Kamera. „Aber auch hinter der Kamera gibt es viele wichtige Aufgaben", betont er. Das reiche von der Kameraführung, über die Ton- und Lichttechnik bis zum Filmschnitt. Und gerade bei letzterem würden die Jugendlichen dann wieder sehr schnell selbst erkennen, wie Beiträge im Netz durch eine geschickte Zusammenstellung der Bild- und Tonsequenzen ganz einfach manipuliert werden können . . .

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