Bünde Frist für Freibad-Wünsche läuft langsam ab

Zukunft der Bünder Bäder: Interessierte können sich an der Diskussion um die Sanierung des Freibades in der Innenstadt beteiligen. Bis zum kommenden Montag werden Anregungen entgegengenommen, der weitere Zeitplan ist straff. Noch in diesem Jahr soll eine Entscheidung fallen

Stefan Boscher

Bünde. Der 5. Dezember ist der Stichtag, den sich Bürgermeister Wolfgang Koch gegeben hat. Bis dahin sollten Anregungen der Bünder, wie das zukünftige Freibad aussehen soll, im Rathaus eingegangen sein. Dann hätte die Politik noch eine Woche Zeit, um sie zu diskutieren. Es folgt die Entscheidung. Ob dieser straffe Zeitplan einzuhalten ist, ist noch offen. So bemängelte Jörn Döring (UWG) in der jüngsten Ratssitzung, dass die Zahlen bisher "sehr vage" genannt worden seien: "Mir fehlen zahlreiche Kernangaben" so Döring. Auch ist die Idee, statt der in einem Becken integrierten Sprungtürme ein extra Becken zu bauen, noch nicht vom Tisch. Allerdings: Ein solches Vorhaben wäre sehr teuer. Nach Kochs Angaben sei mit grob geschätzten Kosten von rund 600.000 Euro für einen Fünf-Meter-Turm samt Becken zu rechnen, bei einem Zehn-Meter-Turm verdoppeln sich die Kosten. Die Gesamtkosten müsste die Stadt Bünde unter Umständen nicht allein stemmen, es könnten Fördermittel dafür beantragt werden, so Koch. Diese Möglichkeit werde zeitnah geprüft. Klar ist: Das Nebengebäude am Eingangsbereich ist ebenfalls in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Aber vielleicht nicht am jetzigen Ort. Laut Wolfgang Koch ist eine Überlegung, den Eingang des Bades in Richtung Steinmeisterpark zu verlegen. Offen ist zudem noch die Frage, wie der jährliche Unterhalt des Bades finanziert werden kann, denn diese Ausgaben werden im Vergleich zu heute deutlich höher liegen. Die vier Varianten: Gleich ist in allen Varianten: Das Planschbecken bleibt erhalten und wird saniert, in das Schwimmerbecken werden 1-, 3- und 5-Meter-Sprungtürme integriert, es wird ein neues Gebäude mit Umkleiden, Sanitärbereich und Kiosk gebaut. Neues 25 Meter langes Schwimmbecken, neues 25 Meter langes Nichtschwimmerbecken. Kosten: 3 Millionen Euro. Neues 25 Meter langes Schwimmbecken, neues 25 Meter langes Erlebnisbecken mit Attraktionen. Kosten: 3,5 Millionen Euro. Neues 50 Meter langes Schwimmbecken, neues 25 Meter langes Erlebnisbecken mit Attraktionen. Kosten: 4 Millionen Euro. Neues 50 Meter langes Schwimmbecken, neues 25 Meter langes Nichtschwimmerbecken. Kosten: 3,6 Millionen Euro. Einige Anregungen: Der NW-Leser: "Mich würde es auch nicht stören, wenn man einen Sponsoren finden würde, nach dem dann, wie beim Fußball, dass Schwimmbad zum Beispiel Häcker-Bad oder Hettich-Bad heißt." "Für den Spaßbad-Nichtschwimmerbereich wünschen wir uns neben der kleinen Familienrutsche eine größere Röhrenrutsche." "Wenn man etwa 1,1 Millionen Euro nur für ein extra Sprungbecken für den Zehn- Meter-Turm ausgeben muss, dann sage ich ganz klar ,Nein?." "Der Zehner war immer das Highlight des Freibads, der hat Menschen aus dem ganzen Kreis angelockt. Wenn er weg ist, dann ist es wieder ein Freibad wie jedes andere auch." "Für den Außenbereich wären ein Spielplatz mit großer Sandfläche, ein Beachvolleyballplatz sowie eine breite Pflasterung am Wasser für Liegestühle wünschenswert." "Warum fragt man nicht in der heimischen Wirtschaft nach, ob da nicht gesponsert werden kann? Es muss kein Zehn-Meter-Turm sein. Ein Fünfer sollte ausreichen. Vielmehr sollte ins Spaßbad und in vernünftige Gastronomie investiert werden." Umfrage im Internet: Auf www.nw.de/buende hat die NW ihre Leser gefragt, welche Variante für sie die beste ist. Mehr als 320 Leser haben in den vergangenen Tagen mitgemacht. Das Ergebnis ist eindeutig: 61 Prozent wollen Variante 3 für rund 4 Millionen Euro Baukosten, es folgt Variante 2 (24 Prozent). Wie geht es weiter? Nach Möglichkeit soll der Stadtrat in der letzten Sitzung in diesem Jahr am 13. Dezember grünes Licht für eine der vier Varianten geben. Dann können die Planungen beginnen, nach der Freibadsaison im kommenden Jahr sollen die Arbeiten starten - spätestens im Juni 2018 soll das neue Bad dann eröffnet werden.

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