Schmückt den Eingangsbereich: Ein von Herbert Möller (r.) selbst geschnitzter Schwibbogen mit Rödinghauser Motiv. Links Vereinskassierer Gerhard Oberschmidt. - © Björn Kenter
Schmückt den Eingangsbereich: Ein von Herbert Möller (r.) selbst geschnitzter Schwibbogen mit Rödinghauser Motiv. Links Vereinskassierer Gerhard Oberschmidt. | © Björn Kenter

Rödinghausen Ein Verein will Gemeindehaus in Bieren erhalten

Wichtiger Treffpunkt für die Bierener

Björn Kenter

Rödinghausen. Was haben der Posaunenchor Bieren, der Plattdeutsche Gesprächskreis, der CVJM Bieren und der Freundeskreis Suchtkrankenhilfe gemeinsam? Sie alle - und einige weitere Gruppen - nutzen regelmäßig das Gemeindehaus Bieren, um dort Sitzungen abzuhalten, Spielkreise zu veranstalten oder für einen Auftritt zu proben.

Dass das Gemeindehaus den Bierenern überhaupt zur Verfügung steht, ist vor allem dem ehrenamtlichen Engagement einiger Bürger des Rödinghauser Ortsteils zu verdanken. Als sich der Kirchenkreis Herford Ende 2007 aus der Trägerschaft verabschiedete, gründeten sie einen Förderverein, um das Gebäude als Treffpunkt und für die Kirchenarbeit zu erhalten.

"Als bekannt wurde, dass der Kirchenkreis das Gemeindehaus aufgeben möchte, hatten viele ältere Menschen Tränen in den Augen", erinnert sich der Vereinsvorsitzende Herbert Möller. "Die Bierener Kirche war zusammen mit dem Gemeindehaus und dem Friedhof eine Einheit, die wir nicht hergeben wollten." Möller und seine Mitstreiter suchten erfolgreich das Gespräch mit dem Kirchenkreis, um das Gemeindehaus in Eigenregie weiterführen zu können.

Schlüsselübergabe war am 30. Dezember 2007, seit dem 1. Januar 2008 bewirtschaftet der Verein das Gemeindehaus Bieren offiziell. Neben einem mit einem Beamer ausgestatteten großen Raum für Versammlungen stehen auch ein kleinerer Raum und eine Küche zur Verfügung. Mittlerweile hat der als gemeinnützig anerkannte Verein rund 200 Mitglieder, eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass in Bieren insgesamt nur etwa 1.300 Menschen leben. Dem Vorstand gehören neben Herbert Möller der Stellvertretende Vorsitzende Walter Dettmer, Kassierer Gerhard Oberschmidt und Schriftführer Jürgen Kiel an. Neben den Mitgliedsbeiträgen finanziert sich der Verein auch über Spenden.

"Die Nutzung des Gemeindehauses ist für die Vereine und Gruppen kostenlos", betont der Vorsitzende, der sich auch um die komplette Verwaltung kümmert. "Da fällt immer einiges an", sagt Möller und verweist auf die zahlreichen Aktenordner in seinem Schrank im Arbeitszimmer. Neben einer Putzfrau beschäftigt der Verein auch eine Teilzeitkraft für die Küche. "Die Lohnunterlagen werden regelmäßig geprüft, da muss alles stimmen", sagt der 81-Jährige, der 30 Jahre lang die Sparkassenfiliale in Hiddenhausen leitete.

Möller selbst ist als Leiter des Plattdeutschen Gesprächskreises "Gott und die Welt" regelmäßig zu Gast im Gemeindehaus. "Wir treffen uns seit knapp zehn Jahren in gemütlicher Runde mit etwa 20 Leuten jeweils am zweiten Donnerstag im Monat vormittags, um Plattdeutsch zu sprechen, zu lesen und Lieder auf Platt zu singen."

Als textliche Grundlagen dient vor allem die Plattdeutsche Übersetzung des Neuen Testaments des in der Region bekannten Rödinghauser Autors Erwin Möller, einem Vetter von Herbert Möller. Auch das Wörterbuch "Segg et up Platt" findet im Gesprächskreis immer wieder Verwendung.

Einzige Frau unter den Männern ist Erika Schneider, die bereits ein Buch mit plattdeutschen Geschichten und Erzählungen unter dem Titel "De Burschen vannen Biarge" veröffentlicht hat. Auch beim letzten Treffen vor Weihnachten unterhielt Schneider die Runde mit der Lesung der Geschichte "Woihnachtsfoier inne Scheole".

Wer mehr über den Verein oder den Plattdeutschen Gesprächskreis wissen möchte, kann sich mit Herbert Möller unter Tel.: (0 57 46) 3 56 in Verbindung setzen.

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