Bünde Dietrich von Bodelschwingh und seine vielen Projekte und Pläne

Häuser bauen, Mauern einreißen – ein Porträt

Dietrich von Bodelschwingh und seine vielen

Projekte und Pläne - © Porträt
Dietrich von Bodelschwingh und seine vielen
Projekte und Pläne | © Porträt

Bünde. Er trägt einen großen Namen, ist Urenkel von Friedrich von Bodelschwingh. Nach seinen theologischen Studienjahren schien sein zukünftiger Lebensweg vorgezeichnet – doch alles kam anders. Manche Menschen haben eine seltsame Art, ihre eigenen Verdienste in Worte zu fassen. Dietrich von Bodelschwingh ist so einer. "Man kann sagen, ich bin gescheitert", findet der 73-Jährige und dreht einen großen Hut aus Lindenholz in seinen Händen, den er vor einigen Monaten in Weißrussland als Auszeichnung bekommen hat. Dann legt er die kunstvolle Schnitzarbeit mit der Öffnung nach oben auf den Küchentisch. "Viel zu groß für meinen Kopp", sagt er. "Ich nehme ihn als Obstschale."

Gescheitert, weil der große Hut nicht passt? Bodelschwingh lacht. "Weil ich nicht das geworden bin, was mein Umfeld von mir wollte, und auch nicht das, was ich mir selbst mal gedacht hatte", sagt er und zuckt mit den Schultern. Und das ist gut so, möchte man hinzufügen. Ohne dieses vermeintliche Scheitern hätten viele Menschen in Weißrussland kein Zuhause – oder nur ein radioaktiv verseuchtes.

Information

Für grünen Strom in Belarus

  • Zwei Windräder hat der Verein bereits vor 10 Jahren errichtet. Bisher ist im ganzen Land nur ein weiteres entstanden. ´Die Räder liefern mehr als eine Million Kilowattstunden Strom, der an die Energiebehörde verkauft wird.
  • Mit solchen Leuchttürmen ist "Heim-Statt Tschernobyl" in Weißrussland zu einer anerkannten Institution für regenerative Energien geworden.
  • Präsident Alexander Lukaschenko setzt trotzdem auf die atomare Karte.
  • Demnächst soll ausgerechnet in der Nähe von Drushnaja das erste Atomkraftwerk Weißrusslands entstehen. (hazl)

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Dietrich von Bodelschwingh ist Spross eines alten westfälischen Adelsgeschlechtes, sein Urgroßvater war Friedrich von Bodelschwingh, Namensgeber und prägender Gestalter der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld. Geboren wurde er 1939 auf dem Familiensitz Haus Velmede bei Kamen. Sein Vater war Landwirt, von 1953 bis 1965 Bundestagsabgeordneter für die Kreise Unna und Hamm. Nach der Schule in Kamen studierte Bodelschwingh Theologie in Bethel, Tübingen, Heidelberg und Münster. "Das lief alles recht unscheinbar und selbstverständlich auf den Beruf des evangelischen Pfarrers hinaus", erinnert er sich. "Und danach vielleicht Bethel." Adel verpflichtet, mit diesem Nachnamen erst recht.

Meistens ist er in Bewegung

Bodelschwingh nippt an einer Tasse Kaffee und lehnt sich im Sessel zurück, ein Luxus, den er sich nur selten gönnt. Meistens ist er in Bewegung, auch mit 73 noch. Ein Ruhe- und Rastloser – der trotzdem eine angenehm beruhigende Ausstrahlung hat.

Dietrich von Bodelschwingh im Eingang einer kleinen Lehmhütte auf dem Gelände der Heimstätte Dünne. Deutlich sind die einzelnen "Lehmbrote" zu sehen – die Löcher dienen dem besseren Halt des Putzes, der noch aufgetragen wird. - © FOTO: MEIKO HASELHORST
Dietrich von Bodelschwingh im Eingang einer kleinen Lehmhütte auf dem Gelände der Heimstätte Dünne. Deutlich sind die einzelnen "Lehmbrote" zu sehen – die Löcher dienen dem besseren Halt des Putzes, der noch aufgetragen wird. | © FOTO: MEIKO HASELHORST

Sein Studium führte ihn 1965 nach London. Dort lernte er die Musiker-Familie von Jehudi Menuhin kennen. "Die Freundschaft führte mich zu einer Bekehrung, weg von der Kirche und hin zum Dienst am Menschen", sagt er. Mit Jehudis Schwester Hephzibah und ihrem Mann, dem Sozialpsychologen Professor Richard Hauser, beteiligte sich Bodelschwingh an Projekten im Hafengebiet Londons, zählte zahllose Wohltätigkeitsorganisationen.

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