Bünde Standort Ahle nicht gesichert

Bünde bekommt eine Maximalzahl an Eingangsklassen zugewiesen

Bünde. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei der Schulstandort Ahle vorerst sicher. Der Landtag NRW hat gerade beschlossen, dass in Zukunft kleinere Klassen erlaubt sind und Schulen mit weniger Schülern als bisher fortbestehen dürfen. Doch die Gesetzesänderung hat eine Achillesferse.

Die drei Kinder von Sybille Stefener gehen alle in Ahle zur Schule: Sohn Lewin geht in die vierte Klasse, die Zwillinge Ida und Marla in die zweite Klasse. Es sind die einzigen Klassen, die es momentan gibt in Ahle. Denn für dieses Schuljahr und das Schuljahr 2010 /2011 gab es so wenige Anmeldungen, dass keine erste Klasse zustande gekommen ist. Der Landtag NRW hat am 7. November beschlossen, dass ab dem nächsten Schuljahr auch schon mit 15 Schülern eine erste Klasse gebildet werden kann. Bisher waren dazu 18 Schüler nötig. Zudem braucht eine Grundschule nur noch 92 statt bisher 144 Kinder, um bestehen bleiben zu dürfen.

Für Grundschulteilstandorte wie Holsen und Ahle gilt eine Mindestschülerzahl von 46 Schülern. Was sich so vielversprechend anhört, hat einen Haken: In Zukunft wird es eine Obergrenze geben, wie viele erste Klassen in Bünde gebildet werden dürfen: "Die Schulaufsicht, im Fall der Grundschulen der Kreis Herford, schaut sich an, wie viele Kinder in Bünde angemeldet
sind für die erste Klasse", erklärt der Beigeordnete Günther Berg. "Diese Zahl teilt sie durch 23, so viele erste Klassen dürfen insgesamt gebildet werden in Bünde."

Dieses Verfahren ist neu. Bisher habe es keine Obergrenze für die Anzahl der ersten Klassen gegeben. Die Zügigkeit, also wie viele erste Klassen gebildet wurden, habe sich nach dem Raumangebot und den Anmeldezahlen gerichtet. Nun bekommt die Stadt als Schulträger eine Zahl genannt, die sie auf die Grundschulen verteilen muss. "Kleine Klassen sind da von Nachteil", sagt Berg. Man müsse sich fragen, ob es Sinn mache, eine kleine Klasse zu bilden.

Wie viele erste Klassen es in Bünde wird geben dürfen und wie viele auf die jeweilige Grundschule entfallen, ist noch nicht klar. Vergangene Woche sei erst die Anmeldefrist für das Schuljahr 2013/14 abgelaufen. "Wir bekommen die Zahl wahrscheinlich im Dezember oder Januar genannt", erwartet Berg. Nach Information des Schulausschussvorsitzenden Georg Kruthoff werden am Grundschulverbund Holsen-Ahle zwei Klassen zustande kommen, eine mit 16 und eine mit 21 Schülern.

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