Bünde/Kirchlengern Gemeinsamer Unterricht macht Schule

Integrative Lerngruppe am Gesamtschul-Standort Kirchlengern geplant / Verband muss noch zustimmen

Bünde/Kirchlengern. Der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern – Stichwort Inklusion – macht an der Erich Kästner-Gesamtschule weitere Fortschritte. Nachdem integrative Lerngruppen am Standort in Bünde schon vor Jahren eingerichtet wurden, sollen sie ab dem Schuljahr 2013/14 auch am Standort Kirchlengern entstehen. Die Verbandsversammlung des Gesamtschulverbandes Bünde/Kirchlengern muss sich am morgigen Dienstag mit dem Thema befassen.

"Wir sind immer noch die einzige weiterführende Schule in Bünde mit diesen Lerngruppen", sagt Schulleiterin Antje Stuke. Schon 2005 habe die Bünder Schule sie angeboten. Nicht zuletzt deshalb, weil es sie seinerzeit schon an der Grundschule Dünne gab und die Schüler sonst am Ort keine Möglichkeit gehabt hätten, in dieser Form weiter unterrichtet zu werden. Kinder mit besonderem Förderbedarf, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten gehen hier gemeinsam in eine Klasse. Nur für schwerst mehrfachbehinderte Kinder sind diese Gruppen nicht geeignet.

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"Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht", so die Schulleiterin. Der Standort Bünde sei fast behindertengerecht ausgebaut, die Schulküche soll ebenfalls noch barrierefrei erreichbar gemacht werden. Von fünf Klassen pro Jahrgang wird eine integrative Lerngruppe angeboten. Mit 24 Kindern ist sie kleiner als reguläre Klassen – 18 Regelschüler und 6 Förderkinder werden hier unterrichtet.

Das soll auch am Standort Kirchlengern so umgesetzt werden, wobei nach Worten von Antje Stuke hier eine von drei fünften Jahrgangsklassen eine solche Lerngruppe werden soll, in den nachfolgenden Schuljahren entsprechend weitere. Die Gesamtschule Kirchlengern sei nicht überall behindertengerecht ausgebaut, das soll aber noch nachgeholt werden.

Die Personalausstattung muss der Gesamtschulverband so vornehmen, dass an beiden Standorten – Bünde und Kirchlengern – gleiche Verhältnisse bestehen. Für Kirchlengern bedeutet dies, dass durch geeignete Maßnahmen sichergestellt wird, dass pro Doppeljahrgangsstufe ein zeitlicher Anteil für Sozialpädagogen von 0,5 Stellen bereitgehalten wird, d.h. Zeitanteile von 1,5 Stellen bei vollständigem Ausbau. Wie aus der Vorlage zur Sitzung weiter hervorgeht, müsse für den gemeinsamen Unterricht in Kirchlengern auch zusätzliches Mobilar zur Verfügung gestellt werden. Für bauliche Maßnahmen im und am Schulgebäude ist die Gemeinde Kirchlengern als Schulträger verantwortlich.

"Es gibt in der Gemeinde die Grundschule Häver mit integrativer Versorgung", erläutert Antje Stuke. Für das Lehrerkollegium der Gesamtschule Kirchlengern Anlass genug, auch hier eine integrative Lerngruppe zu befürworten. Auch die Schulkonferenz hat im vorigen Monat mit einem einstimmigen Beschluss verdeutlicht, dass sie der Gruppe zustimmt, sofern dafür alle Voraussetzungen sichergestellt werden. Dazu gehört, dass für die Unterrichtsversorgung und sonderpädagogische Förderung besonders ausgebildete Lehrkräfte eingesetzt werden. Die Bezirksregierung Detmold hat am 29. Oktober schriftlich mitgeteilt, dass sie vorbehaltlich der Beschlüsse der Verbandsversammlung mit Wirkung vom 1. August 2013 eine integrative Lerngruppe in Kirchlengern einrichtenwerde.

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