Bünde Bünde als Geburtsort der Country-Musik

Auch heute noch steht der Name "Buddy" für großes Entertainment und beinahe unsterbliche Musik

Daniel Larsson (l.) und Dirk Posner. - © FOTO: NICOLAS BRÖGGELWIRTH
Daniel Larsson (l.) und Dirk Posner. | © FOTO: NICOLAS BRÖGGELWIRTH

Bünde. Alle vier Musiker gehören seit Jahren zum festen Ensemble des Tourneetheaters vom Musical "Buddy - Die Buddy Holly Story". Doch hauptsächlich reisen sie unter dem Band-Namen "Buddy in concert" mit einer konzertanten Rock’n’roll-Show durch die Lande. Jens Holm (Gitarre), Uwe Plociennik (Schlagzeug) und Dirk Posner (Bass) waren am Samstagabend schon zum zweiten Mal zu Gast im Universum. Der ehemalige Sänger Rainer Koschorz wurde mittlerweile durch den Schweden Daniel Larsson ersetzt.

Ausverkauft war das Theater, welches sich an diesem Abend einmal mehr in einen Konzertsaal verwandelte. Und das Publikum ging von der ersten Minute an bei dem unwiderstehlichen Rock’n’roll-Rhythmus mit.

"Er hatte braune Augen und auch braune Haare, er hatte eine Brille und eine Gitarre."

Doch Buddy Holly war eigentlich nur der Aufhänger für eine lässig-leichte Show, in der neben der Musik auch Komik, Slapstick und Absurditäten fabelhaft funktionierten. Sie verlor kaum eine Sekunde an Tempo, sei es durch Stepptanz-Einlagen oder durch die groteske Idee, Gotthilf Fischer als Vollblutentertainer auftreten zu lassen. Schon beim dritten Song "Green door" wurden die Zuhörer voll mit eingebunden, und ganz gegen ihr sprichwörtliches Naturell gerieten die ostwestfälischen Gäste fast in Ekstase, selbst wenn sich der eine oder andere einfach noch nicht unterhalten lassen wollte.

Mit viel Humor wurde zwischenmoderiert: "Bünde ist der Geburtsort der Country-Musik. Gunter Gabriel kommt hierher." Ob deshalb ein Song mit einem Waschbrett folgte? Kurz darauf wurde "It’s so easy" zunächst in einer Reggae-, daraufhin in einer Tango-, Volksmusik- und Sirtaki-Version vorgetragen.

Und nicht allein die Musik war von großem Unterhaltungswert - ebenso auch die Optik. Und damit sind nicht allein die anachronistischen Klamotten und Frisuren gemeint. Man merkte den ausgebildeten Musikern an, dass sie auch schauspielerisch etwas zu bieten haben. Beeindruckend war die durchinszenierte Körpersprache der vier, welche sie nicht einen Augenblick vernachlässigten, sei es der leicht nach hinten gestellte Fuß des Sängers, seien es die rhythmisch schaukelnden Schultern des Schlagzeugers. Das alles war viel Arbeit, die aber durch noch mehr Arbeit und Konzentration einfach nur nach Spaß aussah.

Information
Buddy Holly

Charles Hardin Holley ("Buddy Holly") wurde am 7. September 1936 in Texas geboren. Sein Markenzeichen wurde eine dicke, schwarze Hornbrille.

Er entwarf als einer der ersten die Besetzung einer klassischen Rock-Band, welche aus Schlagzeug, Bass, Lead- und Rhythmus-Gitarre besteht.

Er beeinflusste maßgeblich die Beatles, deren ersten vierzig Kompositionen nach deren eigenen Angaben unter seinem Einfluss entstanden sein sollen. Später erwarb Paul McCartney alle Verlagsrechte an Hollys Werken.

Holly veröffentlichte zu seinen Lebzeiten lediglich drei Studioalben, gehört aber zu den am häufigsten gecovertsten Künstlern. Seine bekanntesten Titel sind "Oh, boy"; "That’ll be the day" und "Peggy Sue".

Holly starb am 3. Februar 1959 im Alter von nur zweiundzwanzig Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Unter anderem wurde seine blutverschmierte Brille von der Polizei sichergestellt und erst viele Jahre später an seine Familie zurückgegeben.

Er wurde 1986 posthum in die "Rock’n’roll – Hall of fame" aufgenommen.

"Er war schlank und hatte Glück bei den Frauen, er brauchte ihnen nur in die Augen zu schauen." Gerade nach der Pause gab es keine Pause mehr für das Publikum, und immer mehr wurde deutlich, dass der Name "Buddy Holly" für alle Arten von Rock’n’roll stand, der auf irgendeine Weise gute Laune macht. Ob Little Richard oder Jerry Lee Lewis, Chubby Checker oder Shakin’ Stevens - alles war erlaubt, und die Zuschauer wurden nun noch deutlich mehr eingebunden.

Einige mussten als Keyboard-Ständer herhalten, in der Masse hatten sie ein Saxophon zu ersetzen. Und selbst wenn mal ein etwas ruhiger Song gespielt wurde, sprach man halt solange über die Bongos von Uschi Glas, bis es wieder lustig war. Die Künstler hatten den Saal im Griff und konnten die Gäste zum Mitklatschen bewegen, wann immer sie wollten.

Spätestens bei der langen Zugabe saßen nur noch ganz wenige Leute auf ihrem Platz. Die meisten von ihnen waren aufgestanden und feierten begeistert mit der Band.

Der Eintrittspreis war an diesem Abend ein klein wenig höher, als man es vom Universum gewohnt ist, aber das war durchaus gerechtfertigt und hat sich für jeden, der bei den weit über zwei Stunden dabei war, gelohnt. Das war ganz großes Entertainment mit einem gehörigen Spaßfaktor. "Denn im Himmel wird Buddy wieder für uns singen."

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group