Die Gruppe um (v.l.) Günter Nolting mit Lotte, Alexandra Palsbröker mit Lou Gundula und Dietmar Bökemeier mit Sharon haben vermeintliche Giftköder in der Nähe des "Hundestrands" in Löhne-Ort gefunden. Die Fleischwurst war mit roten Gummibändern umschlossen und mit blauen Kugeln gefüllt. - © FOTOS: SUSANNE BARTH
Die Gruppe um (v.l.) Günter Nolting mit Lotte, Alexandra Palsbröker mit Lou Gundula und Dietmar Bökemeier mit Sharon haben vermeintliche Giftköder in der Nähe des "Hundestrands" in Löhne-Ort gefunden. Die Fleischwurst war mit roten Gummibändern umschlossen und mit blauen Kugeln gefüllt. | © FOTOS: SUSANNE BARTH

KREIS HERFORD Giftköder in der Fleischwurst?

Hundehalter aus Löhne übergeben Fund der Polizei / Wichtig: Beim Spaziergang immer aufmerksam sein

Kreis Herford. Jeden Morgen gehen die Hundebesitzer Gundula und Dietmar Bökemeier, Alexandra Palsbröker und Günter Nolting mit ihren Tieren an der Werre spazieren. Die Hunde Lou, Sharon und Lotte toben umher, rennen was das Zeug hält oder gehen am Hundestrand baden. Das unbeschwerte Frei-laufen-lassen hat sich nun erstmal erledigt. Grund: scheinbar ausgelegte Giftköder.

Es war ein Morgen wie jeder andere. Pünktlich um 9 Uhr trafen sich Bökemeier und Palsbröker mit ihren Hunden an der Straße Deupenbühl in Löhne-Ort. Von dort führt ein asphaltierter Weg bis zur Werre. Rechts und links sind weitläufige Wiesen.

Nur einen Meter vom Weg entfernt hat Alexandra Palsbröker das Päckchen entdeckt: "Es sah aus wie eine Scheibe Fleischwurst, zusammengeklappt und umwickelt mit roten Gummibändern." Freundin Gundula Bökemeier ist sofort draufgetreten, "dann kamen blaue Kügelchen raus".

Beide schauen nach ihren Hunden. "Als ich dann sah, dass Sharon etwas im Maul hatte, habe ich laut geschrieen", erzählt Bökemeier. Dobermann Sharon war von der lauten, hysterischen Stimme ihres Frauchchens scheinbar so verwirrt, dass sie ihre Fleischwurst-Beute fallen ließ. "Zum Glück."

Zwei Päckchen haben die beiden Hundehalterinnen gefunden und in eine mitgebrachte Plastiktüte verpackt. Den Fund haben sie in Absprache mit Dr. Tanja Hochstetter vom Kreisveterinäramt der Polizei übergeben und Anzeige gegen Unbekannt erstatten. "Die Polizei in Löhne hat Proben genommen", sagt Bökemeier. "Sollte Hunden oder gar Kindern etwas passieren, könne die Probe zurate gezogen werden."

Der Fund der Damen soll nicht der erste in Löhne gewesen sein: "Vergangene Woche hat sich das mit den Giftködern schon rumgesprochen", sagt Bökemeier. Da hat Kerstin Tschapke vermeintliche Köder, eingewickelt in Mettwurst und mit einem Faden verschlossen, an der Wittekindstraße Ecke Karl-Friedrich-Straße gefunden. "Die lagen direkt am Wegesrand. Ich habe sie gesehen und direkt entsorgt", sagt Tschapke besorgt.

Mit offenen Augen und "einem mulmigen Gefühl" gehen Hundebesitzer mittlerweile ihre Runden. "Wir nehmen sie jetzt hier an die Leine", sagt Bökemeier und auch Wilfried Rominski von der Pfotenhilfe passt beim Spazierengehen genau auf. "Doch manchmal kann man gar nicht so schnell reagieren, wie der Hund frisst." Besonders im Dunkeln sei das ein Problem.

Aufmerksam sein und genau schauen, woran der Hund schnüffelt, gibt auch Wolfgang Greinke, Ordnungsamtleiter, als Tipp weiter. "Das sollten Hundehalter immer tun, bei jedem Spaziergang", betont er. Für Greinke ist es in diesem Jahr schon der dritte Hinweis bezüglich vermeintlicher Giftköder. Nachweisen konnte er sie bisher nicht.

Das Ordnungsamt sei auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen, so Greinke. "Sie sollten uns auf jeden Fall Bescheid geben, nur so können wir den Hinweisen nachgehen und sie überprüfen."

Wichtig sei, die Hundehalter zu warnen. "Es ist gut, dass es sich herumspricht, zusätzlich könnten wir auch Warnschilder aufstellen", sagt Greinke. Um genau festzustellen, ob wirklich Gift in den Wurststücken ist, müsse man eine Probe an das Veterinäramt weiterleiten. Tanja Hochstetter vom Kreisveterinäramt nimmt die aktuellen Hinweise "sehr ernst. Aber es ist schwierig einen Täter zu ermitteln." Sie untersucht momentan einen Köderverdacht aus dem Kreisgebiet. "Das dauert rund eine Woche."

Sollte sich der Giftverdacht bestätigen, wäre es laut Rominski "eine riesen Schweinerei".
     

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