Dieter von Otte, Susanne Nordsieck, Marc Leenders, Benjamin Bartel, Bukurije Zeka, Jil Oberschmidt, Jorina Nordsiek und Jolanta Kamala (v. l.). - © FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL
Dieter von Otte, Susanne Nordsieck, Marc Leenders, Benjamin Bartel, Bukurije Zeka, Jil Oberschmidt, Jorina Nordsiek und Jolanta Kamala (v. l.). | © FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL

BÜNDE Schüler werden zu Lebensrettern

Realschule Bünde-Nord spendet 3.000 Euro für Herz-Operation / Eingriff kostet 30.000 Euro / Große Spendenbereitschaft nach NW-Artikel

Bünde (amwe/karl). Während andere Kinder um die Wette toben, kann Makuo nur zuschauen: Der dreijährige Junge aus Nigeria wurde mit einem schweren Herzfehler geboren und hatte vor wenigen Wochen noch wenig Aussicht, überhaupt das Grundschulalter zu erreichen. Das Schicksal des schwerkranken Adoptivkindes aus Nigeria rührte die Schüler der Realschule Nord.

Mit viel Engagement sammelten sie Geld für die lebensnotwendige Operation des Jungen - und bekamen 3.000 Euro zusammen. "Ich bin überwältigt und kann mich nur ganz herzlich bei euch bedanken", sagt Jolanta Kamala vom eigens gegründeten Hilfsprojekt "Rettet Makuo" zu den anwesenden Realschülern. Ende Mai sei Makuo im Herzzentrum Bad Oeynhausen dreieinhalb Stunden und erfolgreich operiert worden. Ihm ginge es von Tag zu Tag besser. "Ihr und alle anderen Spender seid Lebensretter."

Hilfe gab es an der Schule von allen Seiten: Die Sechstklässler gaben Teile ihres Bastelgeldes von ihrer Wangerooge-Fahrt ab, der gesamte Abschlussjahrgang spendete die Einnahmen des "Social Day" und viele andere Schüler überließen ihr Taschengeld dem guten Zweck oder gingen am Elternsprechtag durch die Schule und sammelten Geld. "Fast alle Schüler haben mitgemacht", sagt Susanne Nordsieck. Die Lehrerin war es auch, die den Fall von Makuo in der Schulkonferenz vortrug. "Für uns war sofort klar: da machen wir mit", erinnert sich Schulleiter Dieter von Otte.

Fallot-Tetralogie heißt der medizinische Fachbegriff von Makuos Herzfehler. Vereinfacht gesagt kann man sich darunter ein Loch im Herzen vorstellen. "Er konnte sich nie frei bewegen, litt ständig unter Atemnot", so Kamala, die betont, dass der Eingriff in Nigeria nicht hätte durchgeführt werden können.

Aus diesem Grund hat der Pfarrer Chibazo Agu aus Horn-Bad Meinberg, der selbst aus Nigeria stammt, das sechsköpfige Hilfsprojekt ins Leben gerufen.

Aufgrund von Voruntersuchungen in Nigeria stellte sich heraus, dass die Operation 30.000 Euro kosten würde. Dazu kamen noch das Geld für den Flug, Visum und die Fahrt zum Flughafen. Und obwohl noch kein Geld gesammelt worden war, als bereits der Termin für die Operation feststand, machte das ehrenamtliche Team weiter.

Durch einen Bericht in der NW wurden viele auf das Schicksal des Jungen aufmerksam, und es gab viele Spenden von Privatleuten, Firmen und Stiftungen aus den Kreisen Herford und Lippe. So wurde auch Susanne Nordsieck auf das Projekt aufmerksam.

Wann Makuo zurück nach Nigeria fliegt, steht noch nicht fest. Zurzeit befindet er sich noch in der Genesungsphase. Weitere Informationen gibt es unter Tel. (05 22 3) 79 38 43 3 und im Internet unter www.rettet-makuo.de.

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