Ex-Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah besucht Makuo (3) im Herz- und Diabetiszentrum, um sich persönlich von seiner Genesung zu überzeugen. - © FOTO: LISA DRÖGEMEIER
Ex-Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah besucht Makuo (3) im Herz- und Diabetiszentrum, um sich persönlich von seiner Genesung zu überzeugen. | © FOTO: LISA DRÖGEMEIER

BAD OEYNHAUSEN Asamoah möchte etwas zurückgeben

Gerald Asamoah besucht Makuo nach Herz-Operation

Bad Oeynhausen (lid). Makuo hangelt sich aus seinem Bett er lacht, spielt Gerald Asamoah einen Pass zu. "Nochmal", ruft dieser und Makuo stoppt den ankommenden Ball. Noch vor zwei Wochen wäre das unmöglich gewesen. Heute erinnert nur noch ein leichtes Atemgeräusch, wie bei einem schweren Husten, an Makuos Herzfehler.

Wie viele Bünder hat auch der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Gerald Asamoah dem kleinen Patienten finanziell geholfen. Über die Anfrage ob er die Operation des Dreijährigen finanziell unterstütze, musste Asamoah nicht lange nachdenken. "Wer meine Geschichte kennt, weiß, dass das für mich selbstverständlich ist." Selbst mit einem Herzfehler geboren, der erst 1998 entdeckt und erfolgreich behandelt werden konnte, weiß Asamoah, wie wichtig es ist, unterstützt zu werden. "Ich habe mich damals entschlossen, etwas zurückzugeben." So konnte auch Makuo geholfen werden, für dessen Operation die Gerald Asamoah Stiftung, Bild hilft und die AWD Stiftung Kinderhilfe 20.000 Euro aufbrachten. Unter einer Fallot-Tetralogie leidend, kam der Dreijährige am 22. Mai in das Herz- und Diabetiszentrum. "Er war so unglücklich und so schwach", erinnert sich Schwester Agnes, die ihren Adoptivbruder nach Bad Oeynhausen begleitet hat.

Während ein solcher Herzfehler in Deutschland bei Kleinkindern zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat operiert wird, musste Makuo in Nigeria drei Jahre unter akutem Sauerstoffmangel leiden, da die Lunge nicht mehr richtig durchblutet werden konnte. "Ich habe vorher noch nie ein dunkelhäutiges-blaues Kind gesehen", erzählt Prof. Dr. Deniz Kececioglu, "er war am Rande der Belastbarkeit." Während der Sauerstoffgehalt im Blut normalerweise 98 Prozent entspricht, wurden bei Makuo im Ruhezustand gerade einmal 66 Prozent gemessen. "Er hat sich immer instinktiv hingehockt", berichtet der Kinderkardiologe, "denn durch die Hockstellung fließt mehr Blut durch die Lunge." Hätte man Makuo nicht geholfen, wäre er innerhalb von drei bis fünf Jahren gestorben. Dr.Eugen Sandica reparierte das Loch in Makuos Herzkammerscheidewand mit einem Kunststoffflicken. In Zukunft wird Makuo weder eine weitere Operation noch Tabletten brauchen. "Jetzt kann er wieder schnell laufen und ganz normal essen", sagt Schwester Agnes. Diese Woche darf Makuo wieder nach Hause.

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