Bünde Geldstrafe für Trunkenheitsfahrt

Amtsgericht: Ein heute 22-Jähriger musste sich wegen Alkohols am Steuer und der Flucht vom Ort eines Unfalls, den er selbst verursacht hat, verantworten

Gerald Dunkel

Bünde. Mit rund 1,5 Promille Blutalkohol verursachte ein damals 21-Jähriger aus Rödinghausen im Oktober vergangenen Jahres einen Verkehrsunfall auf der Rödinghauser Straße. Nach einer Geburtstagsfeier in Bünde befand er sich auf dem Weg nach Hause. Beim Abbiegen rammte er ein Fahrzeug, verursachte einen Schaden von mehr als 6.600 Euro und entfernte sich daraufhin vom Unfallort. Jetzt musste er sich vor dem Bünder Amtsgericht dafür verantworten. Sein Verteidiger erklärte, dass sein Mandant die Tat in vollem Umfang gestehen würde. Der Angeklagte selbst wollte sich zunächst jedoch nicht an die Nacht erinnern, in der er um 4.54 Uhr den Unfall verursacht hatte. "Wenn Sie Ihren Anwalt erklären lassen, dass Sie die Schuld anerkennen, sich aber selbst nicht mehr daran erinnern können, haben wir ein Problem", sagte die Richterin. Nach und nach räumte er dann aber Details der Trunkenheitsfahrt ein, die er mit dem Wagen seines Vaters vorgenommen hatte. "Eine große Dummheit" sei es gewesen. "Anstatt ein Taxi zu rufen, habe ich mich ins Auto gesetzt und bin gefahren", so der heute 22-Jährige, der sich die Unfallflucht danach auch nur als "Kurzschlusshandlung" vorstellen konnte. »Man merkt erst nach so langer Zeit, wie dämlich man war« Die Polizei fand ihn damals schnell zu Hause vor und veranlasste etwa eine Stunde nach dem Unfall eine Blutentnahme im Krankenhaus. Zu der Zeit bestritt er noch, gefahren zu sein, aber auch eine spätere Verschleierungstaktik, bei der die Autoschlüssel durch die Hände mehrerer Personen gingen, half ihm nicht, als Täter identifiziert zu werden. Letztlich ging es bei Urteilsfindung darum, ob der Fahrer vorsätzlich oder fahrlässig betrunken gefahren ist. Die Staatsanwaltschaft sah keinen Anlass, an eine vorsätzlich begangene Tat zu glauben. Dem schloss sich auch der Verteidiger an. Strafverschärfend sei die Verschleierungstaktik, dafür würde sich das umfängliche Geständnis wiederum strafmildernd auswirken. "Ich bin froh, dass niemandem was passiert ist" Auch die Richterin folgte der Fahrlässigkeit, weil der Angeklagte zuvor nie auffällig geworden sei. Wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, lag das Urteil bei weiteren drei Monaten Führerscheinentzug, die zu den bereits vergangenen 14 Monaten hinzukommen. Zusätzlich erhielt der Handwerker eine Geldstrafe von 2.700 Euro (60 Tagessätze zu 45 Euro). "Man merkt erst nach so langer Zeit, wie dämlich man war, so etwas zu tun. Ich bin froh, dass niemandem etwas passiert ist, und werde nie wieder fahren, wenn ich auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken habe", zeigte sich der 22-jährige Angeklagte reuig.

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