In den Sommerferien wieder gesperrt: Die Bahnunterführung der Gerhart-Hauptmann-Straße - © GERALD DUNKEL
In den Sommerferien wieder gesperrt: Die Bahnunterführung der Gerhart-Hauptmann-Straße | © GERALD DUNKEL

Bünde Unterführung in den Sommerferien wieder gesperrt

Gerhart-Hauptmann-Straße: Im kommenden Jahr werden sowohl Asphaltdecke wie auch Wasser- und Gasleitungen in der Straße unter der Bahnunterführung erneuert

Gerald Dunkel

Bünde. Da haben sich die Autofahrer gerade so gefreut, dass das Stück der Gerhart-Hauptmann-Straße zwischen Wasserbreite und Borriesstraße wieder freigegeben wurde, da kommt schon die schlechte Nachricht: Voraussichtlich in den Sommerferien des kommenden Jahres wird die Unterführung nach Informationen der Neuen Westfälischen erneut für mehrere Wochen gesperrt werden, weil Wasser- und Gasleitungen sowie der Straßenbelag erneuert werden müssen. "Warum hat man die Asphaltdecke unter der Brücke in den Wochen, als die Straße gesperrt war, nicht gleich mitgemacht?" Im NW-Lesertelefon mehrten sich in den vergangenen Tagen Anfragen von Bündern mit genau diesem Inhalt und auch in den sozialen Medien wird darüber diskutiert. Doch dass die Straßendecke im Zusammenhang mit den bereits vorgenommenen Arbeiten nicht erneuert wurde, hängt auch von der Deutschen Bahn AG ab. Das PVC der alten Rohre verliert seine Weichmacher und wird spröde Alfred Würzinger, Geschäftsführer des städtischen Tochterunternehmens EWB, kündigte die Erneuerung von Wasserleitungen in dem Bereich bereits in der vergangenen Woche im Zusammenhang mit der Erhöhung des Wasserpreises ab dem 1. Januar an. Um 15 Cent je Kubikmeter auf den Grundpreis und um 1,76 Euro monatlich auf den Arbeitspreis werden die Preise für Wasser steigen. Für einen vierköpfigen Haushalt mit einem Wasserverbrauch von rund 140 Kubikmeter jährlich werden die Kosten pro Jahr um rund 42 Euro steigen. Zusätzlich zu den Wasserleitungen investiert die EWB im kommenden Jahr auch in Elektronik. Die Wasserleitungen in der Gerhart-Hauptmann-Straße müssen unter anderem erneuert werden, da sich aus den vor Jahrzehnten verlegten PVC-Rohren die Kunststoff-Weichmacher nach und nach verflüchtigt haben. Die Rohre werden spröde und brüchig. Heutige Rohre sind aus im Vergleich zu PVC eher elastischem Polyethylen (PE). Insgesamt stehen laut Würzinger in den kommenden Jahren Investitionen von bis zu 25 Millionen Euro in die Trinkwasser-Infrastruktur an. Die Deutsche Bahn selbst weiß von der Baumaßnahme noch nichts "Die Erneuerung unserer Wasserleitungen planen wir zusammen mit der Stadt, die die Straßenoberfläche unter der Unterführung sanieren will", so Alfred Würzinger. "So braucht man die Straße nur einmal aufzureißen. Doch wann das sein wird, hängt von der Deutschen Bahn AG ab, die hier Genehmigungsbehörde ist", erklärt der EWB-Geschäftsführer weiter. Die Bahn müsse zustimmen, weil die Arbeiten im so genannten "Bahnkörper" stattfinden - also auf dem Grundstück der Deutschen Bahn. Das ist bis jetzt noch nicht geschehen, weshalb das Teilstück unter der Brücke noch nicht saniert wurde. Die Bahn muss zunächst Art und Umfang der Baumaßnahme genehmigen, bevor ein Antrag gestellt werden kann Da man die Belastungen für den Straßenverkehr bei einer Sperrung der Querverbindung zwischen Wasserbreite und Borriesstraße in den vergangenen Wochen erlebt habe, wolle man laut Würzinger versuchen, die Baustelle während der Ferien zu eröffnen und auch innerhalb der Ferienzeit abzuschließen. "Wir hoffen, dass die Genehmigung der Bahn so zeitig kommt, dass wir das in den Sommerferien nächstes Jahr machen können", so Würzinger. Die Bahn selbst weiß bis dato aber noch nichts von den Bauarbeiten, wie ein Sprecher der NW auf Nachfrage mitteilt: "Seitens der DB Netz AG sind am Bauwerk Eisenbahnüberführung zur Zeit keine konkreten Instandhaltungsmaßnahmen geplant. Über eine Sanierung der Straße sowie die Verlegung von neuen Wasserleitungen haben wir derzeit keine Kenntnis." Und weiter: "Wenn neue Leitungen verlegt werden, ist ein Kreuzungsantrag bei DB Immobilien zu stellen. Dieser wird von einer zentralen Stelle im Regionalbereich der DB Netz geprüft und dann entsprechend beschieden (Genehmigung oder Genehmigung mit Auflagen oder negativer Bescheid). Hierbei geht es aber nur um die grundsätzliche Genehmigung. Bauzeiten oder Ähnliches werden dabei nicht vorgegeben", erklärt der Bahnsprecher. Wie ein technischer Mitarbeiter der EWB im Gespräch mit der NW erklärt, habe die Bahn hierfür zunächst eine Anfrage zur Genehmigung des Umfangs der Arbeiten erhalten, aber noch keinen offiziellen Antrag. Der folge erst, wenn die Art der Baumaßnahme positiv beschieden wurde.

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