Ulrike Jaeger zeigt auf Jeekatharina Titowna, die zum Essen einlädt. Links auf dem Bild ist Jan-Niklas Schleef zu sehen, einer der Teilnehmer des Workcamps mit Baba Luscha; das rechte Bild zeigt Maria Iwanowa. - © Hans-Joachim Güttler
Ulrike Jaeger zeigt auf Jeekatharina Titowna, die zum Essen einlädt. Links auf dem Bild ist Jan-Niklas Schleef zu sehen, einer der Teilnehmer des Workcamps mit Baba Luscha; das rechte Bild zeigt Maria Iwanowa. | © Hans-Joachim Güttler

Bünde Über das enge Verhältnis zwischen jungen Deutschen und russischen Senioren

Fotoausstellung in der evangelischen Kirche Dünne

Hans-Joachim Güttler

Bünde. Die alten Frauen auf den Fotos, die zum Teil die 90 Jahre überschritten haben, könnten die Urgroßmütter der Jugendlichen sein, die sich in den zurückliegenden 21 Jahren auf den Weg gemacht haben, um bei Renovierungsmaßnahmen in Belarus (Weißrussland) zu helfen. Diese „Babuschkas", wie die russischen Omas gern liebevoll genannt werden, haben eine leidvolle Lebensgeschichte hinter sich und es braucht Zeit, bis sie darüber erzählen. Diese Zeit nehmen sich die Jugendlichen in den Workcamps, die von der Jugendreferentin und Fotografin der Ausstellung Ulrike Jaeger jährlich durchgeführt werden. Das Jugendliche durchaus bereit sind, sich für andere einzusetzen, einen Teil ihrer Ferien in einem sehr fremden Land verbringen, deren Sprache ihnen ebenso fremd ist, wie die Gebräuche, dokumentiert die Fotoausstellung. Augenblicke sind es, die Jaeger mit der Kamera eingefangen hat und nun in der Kirche der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Dünne zu sehen sind. Die Bilder zeigen, was vor Ort geleistet wird, wie aus einst baufälligen und kaum bewohnbaren Häusern wieder freundlicher und einladender Wohnraum wird. Und sie erzählen Geschichten von den Bewohnerinnen, die sich dankbar den Jugendlichen öffnen und Einblick in ihr Leben gewähren. So wie zum Beispiel Maria Iwanovna, die noch mit über 90 Jahren bereit war, gemeinsam mit den Jugendlichen ihr Haus einer kompletten Renovierung zu unterziehen. Etwas flapsig nennt Jaeger diese Workcamps „Schöner Wohnen für Omas und Opas". Doch in diesen Begegnungen, dass weiß sie auch zu berichten, wird das Interesse füreinander geweckt und die sonst eher sachlichen Informationen über die Folgen des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust bekommen auf einmal ein Gesicht und eine persönliche Lebensgeschichte. Deshalb trägt die Ausstellung auch den Titel „Miteinander Füreinander tätig werden" und ist eine Form, um den Gedanken der Völkerverständigung und der Versöhnungsarbeit weiter wirken zu lassen. Deshalb wird es auch weitere Orte geben, an denen die Ausstellung gezeigt wird. Dafür liegen bei Jaeger auch schon Anfragen vor. Zum Zeichen der Wertschätzung dieses hohen und unermüdlichen Engagements in diesem Arbeitsfeld hat Jager vor zwei Jahren das Bundesverdienstkreuz überreicht bekommen. Und sie denkt nicht daran, aufzuhören, sondern wird weiterhin junge Menschen einladen, sich auf eine Reise einzulassen, die bisher kaum jemanden unverändert gelassen hat.

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