Von fest zu flüssig: In den Ölöfen der Firma Brockfeld und Meyer aus Spradow wurde das Metall erhitzt und geschmolzen. Die NW bekam damals einen Einblick, wie ein Ehrenmal für den Friedhof in Südlengern gefertigt wurde. Repros: NW/Heidbrink|| - © Peter Heidbrink
Von fest zu flüssig: In den Ölöfen der Firma Brockfeld und Meyer aus Spradow wurde das Metall erhitzt und geschmolzen. Die NW bekam damals einen Einblick, wie ein Ehrenmal für den Friedhof in Südlengern gefertigt wurde. Repros: NW/Heidbrink|| | © Peter Heidbrink

Bünde Bünde vor 50 Jahren: Erfolglose Bürgermeisterwahl

Die NW begleitet die Neuwahlen für den Verwaltungschef und die Entstehung eines Ehrenmals. Ferner fällt auf, dass die Vogelpopulation abnimmt

Peter Heidbrink

Bünde. Die mit Spannung erwartete und zuvor angekündigte Wahl des neuen Bünder Bürgermeisters in der 46. Kalenderwoche 1967 blieb ohne Ergebnis, wie die Neue Westfälische damals am Mittwoch mitteilte. "Sie muss wiederholt werden, weil keiner der Kandidaten die erforderliche Stimmenzahl erhielt. Als gewählt gilt nur derjenige, der in geheimer Abstimmung mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigen kann", so die Berichterstattung. Und weiter: "Bei der Wahl im Bünder Rathaus hatte der Kandidat der stärksten Fraktion im Rat der Stadt, der SPD-Vertreter Wilhelm Grömelmeier, elf Stimmen erhalten. Der Kandidat der CDU, Werner Herbrechtsmeier, erhielt neun Stimmen, während auf den derzeitigen stellvertretenden Bürgermeister, Wilhelm Rieke, FDP, drei Stimmen entfielen. Zwei der abgegebenen Stimmzettel waren ungültig." Damals war die SPD mit elf Abgeordneten im Bünder Stadtrat vertreten, die CDU hatte neun Vertreter und die FDP fünf. Das politische Amt, das nach dem Tod von Bürgermeister Heinrich Fricke neu vergeben werden musste, blieb damit erst einmal unbesetzt. Wie ein Ehrenmal entsteht Ferner hat die NW vor 50 Jahren den Bronzeguss des Ehrenmales für den Friedhof in Südlengern in der Gießerei Brockfeld und Meyer in Spradow verfolgt. "Ehrenmale und Gedenktafeln, die wir oft auf Friedhöfen oder in der Nähe von Kirchen sehen, werden oft vom Betrachter als Selbstverständlichkeit hingenommen. Wer aber hat sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie ein Ehrenmal, eine Statue oder eine Gedenktafel entsteht?", hieß es in dem Bericht. Und das Verfahren ist durchaus aufwendig: Zuerst müsse ein Entwurf entstehen, ein Modell aus Gips geformt und daraus ein Negativabdruck gemacht werden. Nachdem weitere Vorbereitungen für das Gießen getroffen wurden, geht es folgendermaßen weiter: "Das Metall wird in einer Menge von 100 Kilogramm in zwei Ölöfen geschmolzen. Nach einer Stunde Schmelzzeit erhitzt sich das Metall auf mehr als tausend Grad. Etwa zwei Stunden sind dann abzuwarten, bis das Metall wieder abgekühlt ist. Nach dem Schmelzen wird das Metall gezogen, die Schmelze mit chemischen Mitteln gereinigt und in die Form gegossen." "Der Fachmann würde zu diesem Verfahren wohl noch wesentlich mehr aussagen können, als wir es in einer solch kurzen Form vermögen. Dem Betrachter eines Ehrenmals sollte damit einmal nur ein kleiner Einblick gegeben werden", so die NW damals. In der 46. Kalenderwoche 1967 kamen auch die naturverbundenen Leser nicht zu kurz: "Auch mitten in der Stadt kann der Vogelfreund und Ornithologe manche Überraschung erleben. So wurden in den letzten Jahren in den Monaten September und Oktober, aber auch vereinzelt im Winter, immer wieder Eulen im Bünder Stadtgebiet beobachtet", hieß es. Dabei habe es sich wohl meistens um die Waldohreule gehandelt, die an ihren auffälligen Federohren, die dem etwa gleichgroßen Waldkauz fehlen, zu erkennen sei. "Daneben könnte auch noch der kleinere Steinkauz draußen auf dem Bruch auftauchen", mutmaßen die Berichterstatter damals. Und weiter: "Alle Eulen, von denen hier nur die häufigsten aufgeführt sind, nehmen in ihrem Bestand fast stetig ab, so dass man schon ein wenig Glück haben muss, wenn man sie beobachten will. Wenn man sie dann mitten in der Stadt in den Straßenbäumen sitzen sieht, ist man zumindest erstaunt. Die Erklärung ist vielleicht die, dass die Eulen draußen auf den Feldern, in den Gehölzen oder wo sie gerade ihren Brutplatz haben, nicht genügend Nahrung finden."

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