Müssen von jedem Einwohner gezahlt werden: Gebühren unter anderem für Müll, Straßenreinigung und Abwasser. Fotos: DPA - © picture alliance / dpa
Müssen von jedem Einwohner gezahlt werden: Gebühren unter anderem für Müll, Straßenreinigung und Abwasser. Fotos: DPA | © picture alliance / dpa

Bünde So teuer werden Abfall und Abwasser

Gebühren: Die Kommunalbetriebe Bünde haben die Planungen fürs kommende Jahr abgeschlossen. Viele Kosten bleiben gleich oder werden sogar gesenkt - mit einer Ausnahme

Stefan Boscher

Bünde. Gute Planungen, weniger Ausgaben und ein hohes Guthaben: Das sind die Gründe dafür, dass die Bünder im kommenden Jahr weitgehend von der Erhöhung von Gebühren für die Beseitigung von Müll, Abwasser und für die Straßenreinigung verschont bleiben sollen. Müllgebühren Freuen können sich die Bünder über "positive Entwicklungen durch Kostenreduktionen auf der Ausgabenseite". Hinter dieser sperrigen Formulierung verbergen sich geringere Ausgaben für die Müllentsorgung als geplant. Durch die Entwicklung werden in 2018 die Entsorgung des Restmülls und des Bioabfalls im Durchschnitt um 12,5 Prozent gesenkt. Insgesamt sparen die Bünder dadurch rund 310.000 Euro ein. Beispiele für die Tonnen, die die Bünder am häufigsten nutzen: graue 80-Liter-Tonne: 75,52 Euro statt bisher 86,30 Euro grüne 80-Liter-Tonne: 53,87 Euro statt bisher 61,56 Euro graue 120-Liter-Tonne: 113,28 Euro statt bisher 129,45 Euro grüne 120-Liter-Tonne: 80,81 Euro statt bisher 92,28 Euro. Auch die Kosten für alle anderen grauen Reststofftonnen werden entsprechend angepasst. Am teuersten für die Kommunalbetriebe ist übrigens die Entsorgung des Restmülls, da dieser in die Müllverbrennungsanlage gebracht wird, wofür Gebühren in Höhe von mehr als 600.000 Euro im Jahr anfallen. Konstant bleibt im nächsten Jahr die Entsorgung von Wertstoffen, Abfallsäcken und Sperrgut. Abwassergebühren Durch ein Guthaben aus den vergangenen Jahren, das den voraussichtlichen Kosten für 2018 gegengerechnet wird, werden die Gebühren fürs Schmutzwasser nicht erhöht. Hintergrund ist, dass es sich bei der Beseitigung von Abwasser um eine öffentliche Aufgabe handelt, mit der eine Kommune keine Gewinne erwirtschaften soll. Das bedeutet: Die Gebühren, die alle Bünder zahlen, dienen lediglich dazu, die Kosten zu decken, die für die Erbringung der Leistungen entstehen. Deutlich zuviel von den Bürgern haben die Kommunalbetriebe in den Jahren 2014 und 2015 eingenommen. Die Einnahmen waren also höher als die tatsächlichen Ausgaben für die Beseitigung des Schmutzwassers. Dieses Geld - rund 540.000 Euro - wird nun gegen die Kosten gerechnet und führt dazu, dass eine kostendeckende Entsorgung des Schmutzwassers möglich ist, ohne die Kosten für die Bürger im kommenden Jahr zu erhöhen. Schmutzwasser: Bisher und weiterhin wird die Gebühr für die Ableitung des Schmutzwassers bei 3,60 Euro je Kubikmeter festgelegt. Regenwasser: Etwas anders stellt sich die Situation beim so genannten Niederschlagwasser dar: Hier haben die Bünder in den vergangenen Jahren zu wenig gezahlt, um die entstandenen Kosten zu decken. Aktuell sind es 50 Cent, die Hauseigentümer je Quadratmeter bebauter, überdachter oder befestigter Fläche gezahlt haben. Würde der Betrag gleich bleiben, stünde den Berechnungen der KBB zufolge am Ende des kommenden Jahres ein Minus von knapp 400.000 Euro. Um das Minus auszugleichen, sollen die Kosten um sieben Cent auf dann 57 Cent je Quadratmeter erhöht werden. Straßenreinigung Ebenso wie die Gebühren fürs Schmutzwasser wird auch die Abgabe für die Straßenreinigung in der Elsestadt in den kommenden zwölf Monaten stabil gehalten. Eine Erhöhung der Gebühren ist nach den aktuellen Berechnungen bei den Kommunalbetrieben nicht notwendig, um kostendeckend zu arbeiten. Konkret geht es um knapp 86 Kilometer Straßen, die von den KBB gereinigt werden und rund 1,5 Kilometer Fußgängerzone. Im Jahr kostet das knapp 60.000 Euro. Finanziert wird die Reinigung durch folgende Gebühren: Straßen: 58 Cent sind je Meter Straße bisher zu entrichten, dabei ist es egal, ob es sich um innerörtliche oder überörtliche Straßen handelt. Der Betrag wird im kommenden Jahr gleich bleiben. Fußgängerzone: Teurer ist die Reinigung der knapp 1,5 Kilometer langen Fußgängerzone in der Bünder Innenstadt. Von den KBB werden dafür 6,09 Euro je Meter veranschlagt. Auch dieser Betrag bleibt weiterhin gültig. So geht es weiter Den Planungen muss der Verwaltungsrat der KBB noch zustimmen. Dieser tagt das nächste Mal am Mittwoch, 22. November, um 19 Uhr im Rathaus.

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