Lukas-Krankenhaus Bünde: Differenzen zwischen der Leitung in der Villa (rechts) und der Ärzteschaft im Krankenhaus sorgen derzeit für eine angespannte Stimmung. - © Gerald Dunkel
Lukas-Krankenhaus Bünde: Differenzen zwischen der Leitung in der Villa (rechts) und der Ärzteschaft im Krankenhaus sorgen derzeit für eine angespannte Stimmung. | © Gerald Dunkel

Bünde Spannungen wegen Kündigungen und Kooperation

Lukas-Krankenhaus und Klinikum: Auch in der Herforder Ärzteschaft soll es Irritationen in Verbindung mit der Zusammenarbeit beider Häuser gegeben haben. Mediziner und Patienten üben in Bünde weiter Kritik an Krankenhausleitung und Aufsichtsrat

Gerald Dunkel

Bünde. Seit Bekanntwerden der Kooperationen von Lukas-Krankenhaus Bünde und Klinikum Herford im Sommer sorgt dieser Schritt bei Mitarbeitern beider Häuser für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Am Rande einer Veranstaltung mit Landrat Jürgen Müller Anfang der Woche zu der Überlegung, wo eine gemeinsame Krankenpflegeschule für beide Häuser angesiedelt werden könnte, wurde bekannt, dass die Kooperation beider Häuser nicht nur in Bünde, sondern auch unter Ärzten im Klinikum für Spannungen gesorgt hat. Fest stand schon im Sommer: Es wird nicht mehr jede Disziplin an allen Standorten geben. Man wird sich in einigen Bereichen spezialisieren, andere Fachrichtungen bleiben aber auch in beiden Häusern bestehen. Kritisch sieht das auch ein Teil der Ärzteschaft des Bünder Krankenhauses, weil noch nicht klar ist, wo künftig die medizinischen Schwerpunkte gelegt werden sollen. Gespräche dazu werden derzeit geführt. Ob diese Planungen nach den Querelen zwischen Ärzteschaft und Krankenhausleitung das Fass zum Überlaufen gebracht haben, dass überraschend die beiden Chefärzte der Medizinischen Kliniken I und II, Bernd Wejda und Thomas Wege, jetzt ihre Kündigungen eingereicht haben, ist offen. Wejda soll am 1. April nach NW-Informationen nach Lübbecke wechseln. Darüber hinaus wollen noch mindestens zwei weitere Oberärzte der Inneren Abteilung, die der Redaktion namentlich bekannt sind, gehen. Nach den Worten von Krankenhausvorstand Hans-Ulrich Sorgenfrei soll es sich nur um einen Oberarzt handeln, der das Haus im Zusammenhang mit den Kündigungen der Chefärzte verlassen will. Ferner sei die Kooperation mit dem Klinikum in Verbindung mit den Kündigungen nie thematisiert worden. Unterdessen üben Mediziner und Patienten Kritik am Vorstand und auch am Aufsichtsrat des Lukas-Krankenhauses. In Herford sollen die Unstimmigkeiten unter den Ärzten bezüglich der Zusammenarbeit laut Landrat Jürgen Müller und Klinikum-Vorstand Rudolf Küster kurz vor dem dortigen Tag der offenen Tür am 30. September ausgeräumt worden sein. Als weiterer Chefarzt, geht bald Ulrich Huser, der die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin leitet. Planmäßig scheidet er Ende Januar in den Ruhestand aus. Sein Nachfolger soll der Anästhesist Tim Lendzian werden, der Anfang Januar in Bünde anfängt. Dass Lendzian sein Nachfolger werden soll, habe Huser nach eigenen Worten nie offiziell mitgeteilt bekommen. Dass er Anfang Januar beginne, habe er am Montag aus der NW erfahren - ebenso, dass er nach den Worten des Vorstands über sein Ausscheiden hinaus plötzlich doch noch Aufgaben übernehmen solle.

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