Spurensuche direkt nach der Tat: Zwei Ermittler der Kriminalwache untersuchen eine Terrassentür. Die Scheibe war offenbar beim Aufhebeln gesprungen. Neben dem materiellen Schaden leiden viele Einbruchsopfer auch psychisch unter einer Tat. - © Jobst Lüdeking
Spurensuche direkt nach der Tat: Zwei Ermittler der Kriminalwache untersuchen eine Terrassentür. Die Scheibe war offenbar beim Aufhebeln gesprungen. Neben dem materiellen Schaden leiden viele Einbruchsopfer auch psychisch unter einer Tat. | © Jobst Lüdeking

Bünde Beste Zeit für Einbrecher steht bevor

Aktionswoche der Polizei: Zwar gehen die Zahlen im Kreis Herford zurück, trotzdem warnen die Beamten vor der so genannten dunklen Jahreszeit. In Bünde sind die Zahlen im Vergleich zu 2016 noch konstant

Jobst Lüdeking
Gerald Dunkel

Bünde. Die Zahl der Einbrüche im Kreis Herford geht zurück. In der Zeit bis zum September liegen die aktuellen Zahl auf dem Niveau des Jahres 2015, als schließlich 400 Taten gezählt wurden. 2016 - dem Jahr mit dem höchsten Wert der letzten Jahre - hatten die Beamten in 562 Fällen ermittelt. Die Zahlen für Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen sind konstant.Mit Beginn der dunklen Jahreszeit will die Polizei ihre Aktivitäten - etwa den Einsatz ziviler Ermittler, Streifenfahrten in Wohnsiedlungen oder aber Kontrollen - ausweiten, kündigt Behördensprecher Steven Haydon an. Darüber hinaus werden alle Einbrüche in einem Kommissariat bearbeitet, das auch in ständigem Kontakt mit umliegenden westfälischen und niedersächsischen Behörden steht. Gleichzeitig setzen die Beamten massiv auf Prävention. Wie jüngst in Bünde, wo Experten des Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz Bürger informierten - diese Infoveranstaltungen unter dem Titel "Riegel vor" werden sich bis Sonntag ziehen. In Bünde findet diese Beratung am Donnerstag, 12. Oktober, von 11 bis 14 Uhr im Marktkauf statt. In puncto Täter-Klientel sehen die Ermittler Verschiebungen. "Die überwiegende Zahl der Einbrüche steht in Zusammenhang mit örtlichen Tätern", skizziert die stellvertretende Kommissariatsleiterin Silke Tasche die Entwicklung. Vor rund eineinhalb Jahren sei das Verhältnis genau anders herum gewesen. Um sie zu überführen, setzen die Ermittler neben den klassischen auch immer mehr auf DNA-Spuren. Die werden beim Landeskriminalamt untersucht und mit der DNA-Datenbank von Straftätern beim Bundeskriminalamt vergleichen. Bis diese Spuren Treffer bringen, kann es schon mal dauern. "Wir haben einen Einbruch, der zwei Jahre zurück liegt und der jetzt geklärt werden konnte. Der Mann musste gerade wegen einer neuen Tat eine Speichelprobe abgeben", erklärt Tasche weiter. Im vergangenen Jahr zählte die Behörde 63 Einbrüche in Bünde. Nach den Zahlen der ersten sechs Monate in 2017 ist sie fast konstant. 31 Taten waren es in dem Zeitraum. Die heimischen aber auch die überregionalen Einbrecher profitieren bei ihren Taten am meisten von der Unbedarftheit ihrer Opfer, wie Rainer Böker, Leiter des Kommissariats Prävention, erklärt. Das beginne bei den Zapfen an Fenstern und Terrassentüren. Und wer einbruchsichere Blechkellerfenster habe, habe gar keine Schutz, weil sich diese so genannten Mäusegitter binnen kürzester Zeit öffnen ließen. Oft ist es aber auch der Glaube, dass ja nichts passiert und das Nicht-Wissen, dass die Täter nur Minuten brauchen, um ins Haus zu kommen. "Ich habe abschließbare Fenstergriffe", erwidert eine Frau auf die Frage von Hauptkommissarin Anke Theisen, ob sie ihr Haus gesichert habe. "Haben sie die auch abgeschlossen", will Theisen wissen. "Nein, ich bin doch nur kurz eine Stunde weg", erhält sie als Antwort. Für einen Einbrecher ist so ein üppiges Zeitfenster absolut ausreichend, um sich in Ruhe umzusehen.

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