Kleiner Bruchweg und Gasstraße: Seit Jahren ein Ärgernis für die Anwohner. Jetzt sollen auch noch Ratten gesehen worden sein. - © Marten Siegmann
Kleiner Bruchweg und Gasstraße: Seit Jahren ein Ärgernis für die Anwohner. Jetzt sollen auch noch Ratten gesehen worden sein. | © Marten Siegmann

Bünde Sorge wegen Ratten und Schlaglöchern

Gasstraße und Kleiner Bruchweg: Anlieger in dem Gebiet haben in vergangenen Monaten vermehrt Ratten festgestellt und vermuten Zusammenhänge mit dem sanierungsbedürftigen Kanal

Gerald Dunkel

Bünde. Im November des vergangenen Jahres stoppte der Stadtrat die Ausbauplanungen für die Gasstraße und den Kleinen Bruchweg. Grund war eine Steigerung der Kosten um 50 Prozent - 630.000 statt 410.000 Euro. Bis 2021 wurden die beiden Straßen im Ausbauprogramm nun zurückgestellt, wie ein Mitarbeiter der Stadt im Frühjahr auf NW-Nachfrage mitteilte. Doch scheint das im Moment nicht das einzige Problem der Anlieger dort zu sein. Auch Ratten sollen sich dort vermehrt zeigen, wie ein Hauseigentümer berichtet. Was den Ausbau betrifft, hatten die Anwohner von vornherein auf eine günstige Ausbauvariante gedrängt, weil sie anteilig die Kosten zahlen müssen. Lediglich eine glatte Asphaltdecke werde nach den Worten eines Anwohners von den meisten als "völlig ausreichend" angesehen. Viele stehen auf dem Standpunkt, dass sie - wenn überhaupt - nur ihren Anteil für die ursprüngliche Planung von 410.000 Euro leisten. Nicht aber für den erhöhten Wert. Kanalsanierung innerhalb der nächsten sechs Monate Nun liegen die Hoffnungen auf einer Kanalsanierung. Daran werden die Anwohner nämlich grundsätzlich nicht finanziell beteiligt. Die Kanalbaufirma muss die Straßenoberfläche nach Abschluss ihrer Arbeiten wieder herrichten, was in der Regel mit einer neuen Asphaltdecke verbunden ist, die wesentlich besser wäre als die jetzige Straßenoberfläche. Aussage eines Mitarbeiters der Stadt im April: "So schlecht, wie die Straße dort jetzt ist, kann man sie ja gar nicht wieder herstellen." Einem Anwohner sei von Seiten der Stadt nun aber auf Nachfrage mitgeteilt worden, dass die Straße auch nach der Kanalsanierung nicht besser sein würde als jetzt. Ein Sprecher der Stadt Bünde erklärte gegenüber der NW: "Kanalbaumaßnahmen werden nur noch wenige im angesprochenen Gebiet durchgeführt. Und wenn, geschieht das nur geschlossen, das heißt, dass dabei die Straßenoberfläche nicht geöffnet, sondern mit Hilfe eines Roboters der Kanal von innen saniert wird. Sollte eine kleinteilige Sanierung unbedingt offen mit einem Bagger durchzuführen sein, so wird dieser Bereich wieder so hergestellt, wie er vorgefunden wurde. Es ist davon auszugehen, dass es im Bereich Gasstraße/Kleiner Bruchweg besser werden wird als vorher." Nach Informationen von der Stadt Bünde sollen die Arbeiten für die Kanalarbeiten demnächst ausgeschrieben werden, so dass innerhalb des nächsten halben Jahres mit einer Sanierung der Kanäle zu rechnen ist. Neben der Sanierung beschäftigen seit einigen Wochen aber offenbar auch Ratten die Anlieger von Gasstraße und Kleiner Bruchweg. So sollen laut einem Hauseigentümer schon mehrere auf Straße und Grundstücken gesehen worden sein. Ob es tatsächlich so ist oder was der Grund dafür sein könnte, können sich die Mitarbeiter der Stadt aber auch nicht erklären. "Grundsätzlich sei vorweg angemerkt", so ein Stadtsprecher, "der Zustand eines Kanals hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Anzahl von Ratten. Diese kommen unter anderem durch die Schachtöffnungen in den Kanal. Auch ist es in dem Bereich in den letzten Monaten zu keiner wesentlichen Änderung im Kanalnetz gekommen, die zu einer Verbreitung von Ratten geführt haben könnte." Vor etwa sechs Jahren waren in einem anderen Teil Bündes nicht richtig geschlossene Mülltonnen Ursache für ein vermehrtes Aufkommen von Ratten. Damals erklärte ein Sprecher der Stadt Bünde zudem, dass besonders das Entsorgen von Speiseresten in Toiletten Ratten anlocken würde. Für die Ratten seien die Kanalrohre deswegen ein Schlaraffenland, in dem ihnen viel Nahrung geboten würde. Hin und wieder kämen sie aber auch mal heraus. Die Wasserwerke legen darüber hinaus im gesamten Stadtgebiet vergiftete Köder aus, um der Ausbreitung Herr zu werden.

realisiert durch evolver group